Mitreißend musikalisch durch den Trulber Pianisten Daniel Engels umrahmt, wurde im Kulturzentrum „Alte Kirche“ die Ausstellung von 20 großformatigen Bildern des Malers Artur
Bozem aus Rosenkopf eröffnet. Nachdem es sich durchweg um abstrakte Gemälde handelt, hatte man sich für passende moderne Klavierstücke entschieden.Präsentiert werden die Werke sowohl im Kirchenschiff
und der Empore als auch im ersten Turmobergeschoss. Der Kulturbeauftragte verwies darauf, dass es sich um die letzten Ausstellung von Malerei in diesem Veranstaltungsjahr handelt. Des weiteren unternahm er es, seine
persönlichen Eindrücke von der Präsentation zu schildern. Demnach sind alle Bilder in gedämpften Farben gehalten, die in erster Linie alle Schattierungen von Weiß bis Schwarz oder Braun enthalten. Bei etlichen leuchten
die Farben Blau, Rot und Orange heraus.
Abgebildet sind eckige Formen jeglicher Art, abgegrenzt oder sich gegen die Umgebung auflösend. Hinzu kommen Winkel und Linien, alles ineinander verschachtelt,
miteinander verwoben oder ineinander verschmolzen, ein wahres Konglomerat, teilweise durch Schatten eine Tiefe vortäuschend, doch zumeist auf die Oberfläche beschränkt.
Ausgehend von dem Kishonwort „An
den modernen Gemälden ist nur noch eines verständlich: die Signatur“, stellte Feldner Zitate von Plutarch und dem noch weit früheren Simonides gegenüber, wonach „Malerei eine stumme Poesie“ sei. In diesem Sinne sah er
das Ausgestellte als Sinnbilder des realen Lebens, animierend zur Reflexion und Interpretation. Dafür sprächen auch die Bildtitel, angefangen von „Vasallen“ über „Prophet“ bis hin zu „Bewegung“ und „Entfesselt“.
Der Maler selbst war nicht anwesend. Zu ihm und seinen Werken äußerte sich an seiner Stelle die ebenfalls künstlerisch tätige Ehefrau Monika Bozem. So stellte sie heraus, dass es sich bei der Ausstellung
um eine gezielte Werkauswahl handelt, und zwar im Hinblick auf Malstil und Farbverwendung. Des weiteren erwähnte sie die Einbeziehung vieler Materialien, unter anderm auch von Erde, speziell bei den Werken „Sickinger
Erde I und II“. Gerade sei auch eine Schaffensperiode zu Ende, in deren Vordergrund die Aktmalerei gestanden hätte.
Zum Bildinhalt meinte sie, dass man diesen nicht verstehen müsse. Verbildlicht worden
seien in erster Linie persönlich Erfahrenes und Erlebtes. Beispielhaft nannte sie die Bilder „Feuervogel“ und „Kuti“, deren Werden das ganzkörperliche Erleben afroamerikanischer Musik vorausgegangen sei. Die Vorliebe
des Malers für die keltische Kultur kommt dagegen in den Bildern „Fundstätte“ und „Baldur“ zur Geltung.