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Mitreißende musikalische Zeitreise in die fünfziger und sechziger Jahre Auf eine Zeitreise in die fünfziger und sechziger Jahre machte sich ein gut hundertköpfiges Publikum im Kulturzentrum „Alte Kirche“. Als fachkundige „Reiseführer“
betätigten sich Gabriele und Alexander Russ vom „Musiktheater Bellevue“, und zwar unter dem Motto „Himbeereis & flotter Käfer“. Haltepunkte bei der mitreißenden Tour waren einerseits eine Fülle alter Schlager,
andrerseits Werbefilmchen, Geschichten, Reime und Sketche. Beide Künstler entpuppten sich dabei als wahre Alroundtalente, die nicht nur ihre Instrumente wie Gitarre, Mandoline, Schlagzeug und
Percussion bestens im Griff hatten, sondern auch stimmlich alles geben konnten, was erforderlich war. Bill Ramsey hätte sicherlich gestaunt, wie Alexander Russ seine bekannten Oldies wie „Zuckerpuppe“, „Ohne Krimi geht
die Mimi nie ins Bett“, „Pigalle“ und „Souvenirs, Souvenirs“ mit nahezu derselben Kratzstimme ins Mikro sang. Keine Frage, dass es dabei die Zuhörer nur noch schwer auf den Plätzen hielt, dass mitgeklatscht wurde und
zumindest Schultern und Oberkörper in Bewegung gerieten. Der Sänger entpuppte sich aber auch als wahrer Geräuschemacher, so beispielsweise bei Benny Quicks bekannter „Motorbiene“. Was Alexander
Russ dabei von sich gab, war kaum von einem echten Motoraufheulen zu unterscheiden. Viele weitere Sänger und Sängerinnen, angefangen von Connie Francis und Drafi Deutscher über Jan & Kjeld, Cliff Richard und Gaby
Baginsky bis hin zu Peggy March und Manuela kamen mit ihren bekanntesten Titeln zur Sprache und weckten bei vielen Zuhörern natürlich Erinnerungen an eigene Erfahrungen. „Rote Lippen soll man
küssen“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ über „Itsy bitsy tini wini Honolulu Strandbikini“ und „Schuld war nur der Bossa Nova“ bis hin zu „Mit siebzehn hat man noch Träume“ und „Banjo Boy“, alles war dazu angetan, bei
den Älteren Gefühle von damals wieder hochkommen zu lassen und bei den Jüngeren zumindest nostalgisches Ambiente zu empfinden. Der jeweils ansprechende zweistimmige Gesang mit der schönen Stimme von Gabriele Russ im
Vordergrund kam bei den bestens an. Fehlen durfte natürlich auch nicht das „My baby baby balla balla“ von den Rainbows und ebenso klar war, dass gerade dieser Titel aufgrund seiner textlichen Schlichtheit lautstark
mitgesungen wurde. Zwischen den Schlageroldies kamen von Alexander Russ eine Menge Hintergrundinfos zu den fünfziger und sechziger Jahren, Gabriele Russ zitierte Verse von Heinz Erhardt, es wurden
Fernsehserien wie „Hesselbach“ und „Blauer Bock“ parodiert und auch Figuren aus der „Augsburger Puppenkiste“ traten als Handpuppen auf. Zweimal präsentierte man Werbefilmchen aus dieser Zeit und die Zuschauer durften
dabei erleben, wie „Bärenmarke“, „Mercedes“, „Nur die“ und „Vivil“ anno dazumal angepriesen wurden. Dass dabei viel gelacht wurde, keine Frage. Tenor des Duos: Es war damals alles weniger hektisch
als heute, die Zeit war noch nicht so schnelllebig wie die Gegenwart. Man nahm sich für alles noch mehr Zeit. Und deshalb präsentierte man auch den bekannten Song aus dem Disney-Film „Das Dschungelbuch“, den Bären
Ballou mit seinem Titel „Versuch`s mal mit Gemütlichkeit“. Dieses Gefühl herrschte dann auch zweifellos vor, vor allem auch am Ende des „Musiktheaters“, als man einige Abschiedssongs präsentierte, um das Publikum aufs
Heimgehen vorzubereiten. Der Schlussapplaus war aber dann so kräftig und langanhaltend, dass die beiden Künstler nicht ohne einige Zugaben die Bühne verlassen durften. |