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Duo con voce

Konzert

mit dem „Duo con voce“

Samstag, 21. 4. 2012, 20 Uhr

De la vida ...

Das sind gesungene Geschichten, mal heiter, mal sensibel und berührend, dazu temperamentvolle Tänze und verträumte Melodien, kurz: Bunte Bilder aus der Fülle des Lebens.

Ausdrucksstark und mit Hingabe erzählt Nina Schöne mit ihrer angenehm natürlichen Stimme von blauen Einhörnern, tanzenden Großeltern und singenden Meerjungfrauen. Um dem Publikum die wunderschönen Metaphern der spanischen, englischen und französischen Sprache zugänglich zu machen, übersetzt sie die Texte, welche von Freud und Leid, Liebe und Glück, Sehnsucht, Leidenschaften, Treue, Untreue oder späten Einsichten handeln.

Mit großem Einfühlungsvermögen begleitet sie der Geiger Wolfgang Joho als kongenialer Partner und bereichert das Programm mit virtuosem, rasantem Spiel und zärtlich verträumten Melodien                                                ... Musik, die dich berührt

Wolfgang Joho studierte klassische Violine und Viola. Nach seinem Diplom arbeitete er in verschiedenen Orchestern, vornehmlich in Mannheim und Baden-Baden. Er leitete die Violinklasse an der PH Heidelberg. Heute lebt und arbeitet er als freischaffender Musiker, ist Stimmführer der Bratschengruppe bei der Offenburger Philharmonie und begeisterter Musikpädagoge.

Nina Schöne: Geb. in Oslo, 1971 bis 1978 in Santiago de Chile aufgewachsen, begann in dieser Zeit mit dem Gitarrenspiel und lernte die Lieder kennen, die sie heute interpretiert. Gesangsunterricht in den Jahren 2000 bis 2005. Seit 2000 in diversen musikalischen Formationen aktiv: Mittelalter und Folklore, Komposition eigener Lieder.

Die Sängerin und Gitarristin Nina Schöne im Zusammenspiel mit dem Geiger Wolfgang Joho beim überaus ansprechenden Auftritt als „Duo con voce“ in der „Alten Kirche“

Nina Schöne und Wolfgang Joho

singen und musizieren vom Leben und seinen Gefühlen

Von der „Fülle des Lebens“ erzählten die Lieder, die das „Duo con voce“ im Kulturzentrum „Alte Kirche“ einem knapp dreißigköpfigen Publikum ansprechend vortrug. Nina Schöne und Wolfgang Joho widmeten sich dabei der gesamten Bandbreite menschlicher Gefühle, eingebettet in vorwiegend deutsche und spanische Texte.

 Im Vordergrund stand natürlich die Liebe, die Sehnsucht und die Freude, aber auch das Leid, der Schmerz und die Trauer kamen zur Geltung. Alle Lieder wurden im voraus von den beiden Künstlern kommentiert, und falls in fremder Sprache, auch übersetzt. Die Sängerin, eine gebürtige Chilenin, verstand es bestens, mit einfühlsamer Stimme und sensiblem Gitarrenspiel, den jeweiligen Liedinhalt zu unterstreichen.

 Der Geiger, der zwischendurch auch mal zur Bongo griff, beherrschte sein Instrument voll und ganz. Violine und Gitarre erwiesen sich im Zusammenwirken als harmonisch aufeinander eingespielte Partner. Die meisten Titel offerierte man in dieser mit Gesang gepaarten Kombination, unterbrochen von einigen Instrumentalstücken oder Soloeinlagen der Sängerin.

 Was den Rhythmus betrifft, so war man ebenfalls recht abwechslungsreich. Der musikalische Ausflug selbst bewegte sich nicht nur durch Chile und Deutschland, sondern streifte auch England, Irland, Italien und Frankreich. Ein Großteil der Melodien stammte aus der eigenen Feder, sprich von der Gitarristin oder dem Geiger. Hinzu kamen einige Traditionals und Werke lateinamerikanischer Autoren.

 Die Eigenkompositionen widmeten sich Texten von Ulrike Schöne, Schwester der Sängerin. Die gleichermaßen tiefgründige wie eingängige Lyrik bettete entweder der eine oder der andere in eine passende Melodie ein, um das Ganze dann überzeugend vorzutragen. Die Titel „Sommerengel“, „Tausend Jahre“, „Stell dir vor“ oder „Geschenke“ erwiesen sich als Beispiele für eine gelungene Symbiose von Wort und Klang.

 Aber auch der lateinamerikanische Tango, die italienische Tarantella, der englische Seemannstanz und der jiddische Klezmer fanden Anklang beim aufmerksamen und beifallsfreudigen Publikum. Das war ebenso bei den chilenischen Traditionals „Mi abuela“ oder „La sambita“ oder den lateinamerikanischen Titeln wie „Nuestro tema de amor“ des Kubaners Silvio Rodriguez und dem „Te recuerdo Amanda“ des chilenischen Sängers und Komponisten Victor Jara, der 1973 als Neunundreißigjähriger nach dem Militärputsch sein Leben einbüßte.

 Der langanhaltende Schlussapplaus war die beste Anerkennung für das zu offensichtlicher Hochform aufgelaufene Duo und führte wunschgemäß zu einer ersten Zugabe. Eine zweite folgte dann noch nach der Laudatio des Kulturbeauftragten, so dass der Heimweg schließlich erst zweieinhalb Stunden nach Konzertbeginn angetreten werden konnte, und zwar in der Gewissheit, ein exzellentes musikalisch-gesangliches Ereignis erlebt zu haben.

Rheinpfalz 23. 4. 2012