Konzert mit dem Autoharpsinger Alexandre Zindel, So, 22. 4. 2018, 19 Uhr

Seltenes Instrument – außergewöhnliche Stimme! Alexandre Zindel ist der einzige professionell tourende Autoharpspieler (Volkszitherspieler) und Sänger in Deutschland. Er kombiniert dieses faszinierende, von der Zither abstammende Folk-Instrument, mit einer feinen, charaktervollen Stimme in einem abwechslungsreichen Solo-Programm bekannter Folksongs, Chansons, Blues und Lieder. Geschichten in Deutsch, Französisch und

Englisch von langer Tradition und zeitloser Schönheit. Sein melodiöser Stil und inniger Vortrag sind bislang hoch gelobt worden – ebenso wie seine charmante und informative Moderation.

Der studierte Sänger und Diplom-Musiker arbeitete als Sänger und Komponist mit der WDR-Big Band zusammen, gastierte als Solist und Ensemblesänger mit dem Bundesjazzorchester und dem WDR-Rundfunkorchester in Europa und Süd-Afrika sowie bei vielen weiteren großen musikalischen Ereignissen.

Das neue Konzertprogramm 2016/17 heißt „Le Coeur fait boum!“ und präsentiert die gleichnamige CD. Sie enthält mit dem Herzen interpretierte Melodien von Irish Folk über Chanson, von Amerika bis Deutschland. Alexandre Zindels Gesang und die Autoharp: Die Zauberformel für ein schönes Konzerterlebnis mit sympathischer Moderation.

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Autoharpsinger Alexandre Zindel verstand es exzellent, durch Instrumentalspiel, Stimme und Moderation das Publikum in der „Alten Kirche“ voll und ganz für sich einzunehmen.
Foto: Feldner

Autoharpsinger begeistert sein Publikum

Das Zusammenwirken von charmanter Moderation, ungewöhnlichem Instrumentalspiel und einer einfühlsamen Stimme kam beim etwa 40köpfigen Publikum im Kulturzentrum „Alte Kirche“ bestens an. Autoharpsinger Alexandre Zindel verstand es exzellent, seine Talente zu präsentieren und dabei auch das Interesse an der bei uns kaum verbreiteten Autoharp zu wecken.

Vier Instrumente dieser Art hatte er mitgebracht, um sie je nach Liedangebot einzusetzen, so beispielsweise auch eine „Bluesharp“, eine von ihm speziell für Blues oder Rock`n Roll umgebaute Autoharp. Vor neun Jahren war er auf das vor allem in den USA verbreitete Instrument gestoßen, und zwar über eine filmische Biographie zu Jonny Cash. Dieser war mit einer Tochter aus der bekannten „Carter family“ liiert, einer sehr bekannten Gesangsgruppe, die Anfang des letzten Jahrhunderts den Country-Stile in führender Position pflegte und dabei die Autoharp einsetzte. So war es nicht verwunderlich, dass das Instrument auch im Film auftaucht. Für Alexandre Zindel wurde dies zum Auslöser dafür, dass er sich eine Autoharp besorgte und sich das Spiel derselben aneignete.

Erfunden wurde das Instrument zwar in Deutschland, doch durch eine Art Werkspionage kam es in die USA, wo es sich auch weithin durchsetzte. Keine Frage, dass Alexandre Zindel auch Kostproben dieses Hochs servierte, so als Auftaktlied einen der bekanntesten Songs der „Carter family“, den Titel „Wildwood flower“. Zudem servierte er die Titelmelodie aus dem gleichnamigen Film über Jonny Cash, nämlich „Walk the line“. Weitere bekannte englischsprachige Beispiele aus seinem in drei Sprachen präsentierten Songangebot waren „Morning has broken“, „Swanee river“ und „Hellhound on my trail“.

Auch aus dem französischen Bereich gab es durchweg Ohrwürmer, angefangen mit Edith Piafs „Non, je ne regrette rien“ über „Le coeur fait boum“ von Charles Trenet bis hin zum noch mehr bekannten „La mer“ vom gleichen Komponisten. Deutsches gab`s natürlich auch, so aus dem 18. Jahrhundert den Titel „Kein Feuer, keine Kohle“ oder das Wanderlied „Wir sind durch Deutschland gefahren“, allerdings unter dem Motto „Deutschlandreise mit Frühlingsgefühlen“ mit dem Titel „Veronika, der Lenz ist da“ kombiniert. Hinzu kam „Die Forelle“, die bekannte Franz Schubert-Vertonung eines Gedichts von Christian Schubart, bekannter Kritiker des Absolutismus im 18. Jahrhundert. Schließlich brachte Zindel dem Publikum mit „Kleiner Bach“ noch eine gut gelungene Eigenkomposition zu Gehör.

Als Schlusstitel offerierte der Sänger und Instrumentalspieler dann ein Lied, in dem er Deutsch, Englisch und Französisch bei einem Rock`n Roll miteinander kombinierte, nämlich Paul Kuhns „Die blauen Wildlederschuhe“ mit Elvis Presleys „Blue suede shoes“ und der Johnny Hallyday-Version „Comme un fou“. Die Zugabe nach diesem wilden Spiel war dann ruhiger und dem Nachhausegehen angebrachter. Alexandre Zindel brachte sie ebenfalls dreisprachig, nämlich als „Nehmt Abschied, Brüder“, „Auld lang syne“ und „Faut-il nous quitter sans espoir“. Er setzte damit seinem Auftritt noch das i-Tüpfelchen auf und genoss dafür einen noch einmal einsetzenden langanhaltenden Schlussapplaus.

Lothar Feldner, Kulturbeauftragter