“Französische Chansons” mit Lisa Helfer, So, 25. 2. 2018, 19 Uhr

Seit 2003 steht der Name “Lisa Helfer et accompagnement“ für gefühlvolle Adaptionen der großen Klassiker des französischen Chansons, aber auch für frische Versionen von Songs aus der jungen Musikszene Frankreichs und Kanadas.

In den Liedern geht es vor allem um Liebe, Schicksal und große Gefühle, in den Konzerten kommt aber auch das Lachen und Mitsingen nicht zu kurz. Mit viel Charme und Witz führt Lisa Helfer das Publikum durch das Programm und weiß so manche Anekdote zu erzählen.

Nicht nur Chansons  – unter anderem von Edith Piaf, Charles Trenet, Dalida, Patricia Kaas oder ZAZ – gehören zum Repertoire, auch Film- und Musicalmelodien beweisen die Vielseitigkeit der Sängerin.

Instrumentale Unterstützung erhält die Sängerin dabei auf dem Piano von Christian Fries.

Das Duo präsentiert eine Zeitreise  durch die französische und frankokanadische Musikszene und lädt seine Zuhörer ein, sich für einen Abend nach Frankreich entführen zu lassen.

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Die Sängerin Lisa Helfer mit ihrem Klavierbegleiter Christian Fries gestalteten im Kulturzentrum „Alte Kirche“ einen bestens ankommenden Chanson-Abend.
Foto: Feldner

Eine sehr ansprechende Zeitreise durch die Chansons

Fast 60 Chanson-Liebhaber hatten sich in der „Alten Kirche“ eingefunden, um zusammen mit „Lisa Helfer et accompagnement“ eine „Zeitreise durch französische Chansons“ zu unternehmen. Die wohltönende Stimme der saarländischen Sängerin in Verbindung mit der exzellenten Klavierbegleitung durch ihren Pianisten Christian Fries ließ den Chansonabend für alle Zuhörer zu einem unvergesslichen musikalischen Erlebnis werden.

Eröffnet wurde mit dem bekannten „La vie en rose“, wobei sich Lisa Helfer wie auch bei den weiteren Chansons jeweils im Vorfeld kurz über die Herkunft wie auch den Inhalt äußerte, um erst dann ihre Darbietung zu starten. Viele hatten diesen Evergreen schon gesungen, von Edith Piaf über Louis Armstrong bis hin zu deutschen Interpreten mit der Version „Schau mich bitte nicht so an“. Liebe, Schicksal und weitere große Gefühle spielten dann auch in der Folge eine ausschlaggebende Rolle, so auch bei „Les feuilles mortes“, das der französische Komponist Joseph Kosma nach einem Gedicht von Jacques Prévert geschaffen hatte und von Anfang an durch Yves Montand, Juliette Greco und viele andere Künstler zu einem durchschlagenden Erfolg wurde, auch in der englischen Version „Autum leaves“.

Edith Piaf war natürlich noch mit weiteren Titeln vertreten, so mit ihren Hits „Non, je ne regrette rien“ und der „L`hymne à l`amour“, sehr einfühlsam vorgetragen durch Lisa Helfer und ebenso sensibel begleitet durch Christian Fries. Doch nachdem Patricia Kaas eine Art Lieblingssängerin für Lisa Helfer darstellt, widmete sie natürlich der aus Forbach stammenden Künstlerin ihr besonderes Augenmerk. Schon als Vierzehnjährige hatte sie bei einer Schulveranstaltung mit der Band den Kaas-Titel „Mon mec à moi“ vorgetragen und das tat sie nunmehr auch als gestandene Sängerin. Dabei wurde offensichtlich, dass eine Stimmenähnlichkeit nicht zu leugnen ist.

Weitere Titel von Kaas unterstützten diese Feststellung, so „Coeurs brisés“, „Et s`il fallait le faire“, „Ma blessure“ oder „Je voudrais la connaitre“ sowie „Une derniere semaine à New York ». Mehrmals wurden auch die Zuhörer mit einbezogen, und zwar bei besonders bekannten Melodien, so Michel Sardous « La maladie d`amour“ aus dem Jahr 1973. Hier teilte die Sängerin im voraus Textblätter aus, so dass das Publikum den bekannten Refrain mitsingen konnten. Bei Dalidas „Paroles“, ebenfalls aus dieser Zeit, durfte eine Zuhörerin das Rhythmusinstrument übernehmen.

Beim Schlusstitel „J`attendrai“, ebenfalls neben vielen weiteren Interpreten auch von Dalida gesungen, ließ die Sängerin auch die ebenfalls bekannte deutsche Version „Wart` auf mich“ mit einfließen. Daneben waren auch Francoise Hardy mit „Tous les garcons et les filles de mon age“, Johnny Hallyday mit „Que je t`aime » und schließlich die zeitgenössische Sängerin Louane mit « Jour 1 » vertreten. Nicht fehlen durften auch die franco-kanadischen Chansons „Sous le vent“ von Céline Dion und „Parle-moi“ von Isabelle Boulay.

Nicht nur durch ihre intensive Vortragsweise, sondern auch durch ihre lockere Moderation verstand es Lisa Helfer von Anfang an, das Publikum für sich einzunehmen. Mit Beifall wurde nicht gespart und auch der Schlussapplaus war so langanhaltend, dass das Duo nicht um zwei Zugaben herumkam. Eine davon stellte sozusagen einen Leckerbissen dar, nämlich „Comme d`habitude“ von Claude Francois, außerhalb Frankreichs besonders bekannt geworden durch Frank Sinatras „My way“.