Konzert “Felsalbtaler Stubenmusik” mit den Brüder Christof, Stefan und Sascha Heringer, Sonntag, 5. 9. 2021, 19 Uhr

Christof, Sascha und Stefan Heringer (von rechts)

Aus dem Vorwort der „Felsalbtaler Stubenmusik:“, komponiert und im Januar 2018 herausgegeben von Christof Heringer:
„Die vorliegende Melodiensammlung habe ich im Januar 2018 komponiert. Inspiriert zu dieser Musik wurde ich durch die Landschaft meines Heimatortes Niedersimten und dem angrenzenden Gersbach- und Mühlental. Es sind Kompositionen, die sich für das häusliche Musizieren im Familienkreis ebenso eignen wie für die Bühne. Diese Musik widme ich meinem Heimatort Niedersimten.“

Zusammen mit seinen Brüdern Sascha und Stefan Heringer spielt der Pianist und Komponist Christof Heringer seine Felsalbtaler Stubenmusik in der Besetzung zwei Gitarren und Klavier. Stubenmusik hat Ihren musikalischen Ursprung im bayrisch, österreichisch- bzw. steirischen Raum. Typische Instrumente der Stubenmusik sind Klarinette, Akkordeon, Hackbrett, Kontrabass und Gitarre. Die Musikstücke hat der Komponist speziell für die beim Konzert praktizierte Besetzung umgeschrieben und arrangiert. Die Uraufführung der Felsalbtaler Stubenmusik fand am 25. August 2018 in Niedersimten statt.

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Christof, Stefan und Sascha Heringer (von links)

              Ansprechende und gefällige „Felsalbtaler Stubenmusik“ kommt bestens an

Das Konzertangebot „Felsalbtaler Stubenmusik“ im Kulturzentrum „Alte Kirche“ fand ein hocherfreuliches Besucherinteresse. Das musikalische Angebot der drei Brüder Christof, Stefan und Sascha Heringer sorgte für ein nahezu vollbesetztes Haus, das durch coronabedingte Stuhlabstände allerdings lediglich 50 Sitzplätze aufwies.

               Über fast anderthalb Jahre waren durch die Pandemie geplante Konzerte und Ausstellungen ausgefallen. Die letzte Veranstaltung vor dieser langen Pause hatte am 8. März 2020 der Pianist Christof Heringer bestritten, und zwar mit seinem Konzertangebot „Von Ländlern und Walzern“. Ab Mitte des Monats folgten dann die pandemiebedingten Einschränkungen, die einen Veranstaltungstermin nicht mehr zuließen.

               So war beim ersten Konzert nach der langen Unterbrechung besonders Christof Heringer sehr erfreut, mit der von ihm komponierten und im August 2018 in Niedersimten uraufgeführten „Felsalbtaler Stubenmusik“ nunmehr den Auftakt für die weiterhin geplanten Veranstaltungen dieses Jahres zu liefern. Aber auch bei seinen beiden Brüdern Stefan und Sascha war die offensichtliche Spielfreude nicht zu übersehen. Christof und Stefan Heringer hatten den Gitarrenpart und Sascha Heringer bediente das Klavier.

               Die ersten 20 Titel des Melodienreigens spielte das Trio bis zur Pause, immer wieder unterbrochen durch die Kommentare des Komponisten, die den heimatkundlichen oder historischen beziehungsweise traditionsbedingten Hintergrund einiger Titel beleuchtete. Zum Auftakt des Blocks spielte das Trio den Titel „Ländler aus Niedersimten“ und den Schlusspunkt vor der Pause setzten die drei Musiker mit der Melodie „Der Abschied“. Dazwischen war vieles zu hören, was Besonderheiten im Ort und in der Natur, aber auch dörflichen Traditionen gewidmet war. Das reichte von „In de Almstroos“ und „Simter Glocken“ über „Durchs Mühlental“ und „Deiwelsfelse Polka“ bis hin zu „Pälzer Schorle Dreher“ und „Im Schorsch soi Schlachtplatt“.

               Es waren alles vorwiegend beschwingte Ländlermelodien, die entschleunigten und entspannten, zum Mitsummen oder zum Träumen anregten und in keinem Fall etwas mit Dramatik und Aufregung zu tun hatten, wichtig in einer Zeit, in der das tägliche Leben von einer Epidemie geprägt ist, die in alle Lebensbereiche hineinreicht und positives Lebensgefühl oft unterbindet. Das Publikum wusste das offensichtlich zu schätzen und sparte nicht mit Beifall. Es wurde immer wieder spürbar, dass das Füllhorn an gefälligen Melodien dankbar genossen wurde.

               Der zweite, kürzere Block nach einer Pause, die vorwiegend vor dem Gebäude, also im Freien, verbracht wurde, bot die Fortsetzung der willkommenen musikalischen Unterhaltung mit weiteren Titeln des Ländlerreigens, angefangen von „Der Ententeich“ über den „Rehtalwalzer“ bis  hin zu „Der Sonntagsbraten“. Keine Frage, dass nach dem langen Schlussapplaus noch eine Zugabe gereicht wurde, und zwar in Form von Johann Strauß jun. – Melodien, die allesamt ebenfalls von Christof Heringer für die Besetzung des Abends umgeschrieben und arrangiert worden waren.

Immer wieder wurde dem Trio der Heringer-Brüder, von links Christof, Stefan und Sascha Heriger, für die Darbietung aller 29 Titel der „Felsalbtaler Stubenmusik“ in der „Alten Kirche“ ein anerkennender und dankbarer Beifall des Publikums zuteil.