Neujahrskonzert “Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?” — Ein liedestoller Auftakt ins neue Jahr, So 14. 1. 2018, 19 Uhr

Geboten werden Duette, Arien und Chansons rund um die Liebe aus Sicht der Frauen, mal frech-frivol, mal tragisch oder kokett, jedoch immer charmant und klangvoll! Der Titel ist entlehnt von einem Schlager bzw. einer Operetten-Arie von Oskar Strauß aus den 30-ger Jahren, der auch mit anderen bekannten Operettenmelodien in dem witzig-spritzigen Programm auftauchen wird.

Dr. Hildegard Baum (links) begann während Ihres Medizinstudiums eine private Gesangsausbildung bei Bernd Bachmann und Antonia Lutz. Bei Christiana Jordan belegte sie ergänzend Kurse in Liedgestaltung. Aktuell arbeitet sie mit den Gesangspädagogen Uwe Götz und Berthold Hirschfeld. Hildegard Baum ist regelmäßig als Solistin  in verschiedenen Chorprojekten tätig, u.a. arbeitet sie mit dem Zweibrücker Kammerorchester zusammen.

Cathrin Bungert (rechts) erhielt ihre private Gesangsausbildung zuerst bei Uwe Götz. Aktuell arbeitet sie mit der Sopranistin Naira Glunchadze zusammen. Seit einigen Jahren ist sie solistisch sowie im Ensemble mit der Mezzosopranistin Hildegard Baum und der Pianistin Marina Kavtaradze in Konzerten zu hören.

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Die Mezzosopranistin Hildegard Baum und die Sopranistin Cathrin Bungert gestalteten zusammen mit der Pianistin Marina Kavtaradze (von rechts) im Kulturzentrum „Alte Kirche“ ein überaus ansprechendes Neujahrskonzert mit zahlreichen Höhepunkten.
Foto: Feldner

Grandiose Gesangs- und Instrumentalleistungen

beim Neujahrskonzert

Weit übers vielleicht erwartete Maß hinaus konnten die Sopranistin Cathrin Bungert und die Mezzosopranistin Hildegard Baum samt der Pianistin Marina Kavtaradze, die als „DueVoce“ das Neujahrskonzert in der „Alten Kirchen“ bestritten, die Erwartungen ihrer Zuhörer erfüllen. Das Programm, aber auch das Können der Akteure erwiesen sich überaus ansprechend und so wurde mit Beifall zu keinem Zeitpunkt gespart.

„Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben? – Ein liedestoller Auftakt ins neue Jahr“ hatten die Sängerinnen ihr Vorhaben überschrieben und konnten dieses voll und ganz in die Tat umsetzen. Duette, Arien und Chansons rund um die Liebe, und zwar aus Sicht der Frauen, mal frech-frivol, mal tragisch oder kokett, jedoch immer charmant und klangvoll – so kam es in beiden Programmblöcken von der Bühne und wurde dankbar aufgenommen. Den Titel hatten die Künstlerinnen einer Operettenarie von Oskar Strauß entlehnt und sie interpretierten diesen Ohrwurm auch im Duett. Strauß war auch noch mit zwei weiteren bekannten Melodien im der witzig-spritzigen Liederfolge vertreten, nämlich mit „Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will“ und „Jede Frau hat irgendeine Sehnsucht“, beide vortrefflich gesungen von Hildegard Baum.

Ihre Kollegin, ebenfalls ausgestattet mit einer starken und sehr ausdrucksvollen Stimme, widmete sich dagegen Theo Mackebens „Nur nicht aus Liebe weinen“ oder Franz Lehars „Meine Lippen, die küssen so heiß“, Liedern, die man immer wieder gerne hört, besonders wenn sie mit soviel Sensibilität, und zwar auch im Darstellerischen, präsentiert werden. Überhaupt, beide Künstlerinnen zeichneten sich nicht nur durch ihre stimmlichen Qualitäten, sondern auch durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten aus, mal ganz abgesehen von der jeweils angepassten Bekleidung. Hervorgehoben werden muss aber auch, dass alles Vorgetragene nicht vom Notenblatt, sondern aus den Köpfen kam, so dass die Künstlerinnen sich ohne Einschränkung auch der Darstellung widmen konnten.

Dass sie schon über Jahre hin gemeinsam agieren, davon zeugten die Duette, die immer wieder ein harmonisches Zusammenwirken demonstrierten, Zeichen dafür, dass man total aufeinander abgestimmt ist. Das galt beispielsweise für Robert Schumanns „Schön Blümelein“ und „Erste Begegnung“, aber auch für Jacques Offenbachs „Barcarole“ und schließlich den Gospel „Scandalize my name“. Der wurde natürlich in Englisch präsentiert, ebenso wie Eric Saties „Je te veux“ durch Hildegard Baum in Französisch oder Tschaikovskys „Mein Engel, mein Lieb …“ durch Cathrin Bungert in Russisch.

Einige Stücke sangen die beiden nicht als Duett, sondern unterschiedlich arrangiert nacheinander, so dass der Zuhörer sowohl eine Sopran- als auch eine Mezzosopran-Version genießen konnte. Das geschah beispielsweise mit „Somewhere over the rainbow“, wozu Pianistin Marina Kavtaradze nicht nur die durchweg bestens angepasste Begleitung sondern auch das Arrangement beisteuerte. Mehrmals bewies diese auch ihre Befähigung zur exzellenten Solistin, unter anderm mit dem virtuos gespielten „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakov/Rachmaninow, aber auch dem nahezu ebenso Virtuosität fordernden „Libertango“ von Astor Piazolla.

Den vorläufigen Schlusspunkt setzte „DueVoce“ mit Henry Purcells „Man, man, man is fort the woman made“, ebenfalls arrangiert von der Pianistin. Doch damit wurden die Künstlerinnen noch nicht von der Bühne gelassen, obwohl immerhin, von einer Pause unterbrochen, zwei Stunden Gesang und Instrumentalmusik geboten worden waren. Zwei Duett-Zugaben wurden nachgereicht, eine sehr rasante in Italienisch und schließlich das immer wieder gern am Ende eines Konzerts gehörte „Guten Abend, gut` Nacht“, die bekannte Vertonung eines alten Textes durch Johannes Brahms.

Cathrin Bungert und Dr. Hildegard Baum (von links)