Konzert mit der Liedermacherin Miriam Spranger, So, 12. 8. 18, 19 Uhr

Wie man es dreht und wendet – die Chemnitzer Musikerin MIRIAM SPRANGER ist ein echtes Multitalent. Nicht nur, dass sie ihre Musik selbst schreibt, sie produziert sie auch.

Musikalisch angesiedelt irgendwo zwischen Pop, Folk und dem, was man hierzulande Singer/Songwriter nennt, bringt sie mal mit Loop Station, mal minimalistisch, facettenreiche Konzerte auf die Bühne, bei dem keines dem anderen gleicht.

Sie versteht es, auf ihr Publikum einzugehen, sei es mit Witz, Charme oder purer Ehrlichkeit. Und genau das ist es, was sie so sympathisch macht: Authentizität! Intelligente Texte, mal laut, mal sprachlos, mal frech, mal nachdenklich und an den richtigen Stellen in Ironie verpackt – das sind die Zutaten für Geschichten, die jeder schon einmal erlebt hat und in denen man sich wiederfindet.

Kleine, scheinbar unbedeutende Dinge genauso wie tief bewegende, ohne dabei dem Selbstmitleid zu verfallen, und doch ist nicht alles autobiografisch. Besonderes Augenmerk liegt dabei immer auf ihrer Muttersprache.

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Die Liedermacherin und Sängerin Miriam Spranger konnte mit ihrem Programm und ihrem Vortrag im Kulturzentrum „Alte Kirche“ in hohem Maße überzeugen und die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer von Anfang bis Ende wach halten.
Foto: L. Feldner

Miriam Spranger überzeugte ihre Zuhörer

Wer sich zum ersten Konzert nach der Sommerpause im Kulturzentrum „Alte Kirche“ eingefunden hatte, kam voll und ganz auf seine Kosten. Die Liedermacherin und Sängerin Miriam Spranger aus Chemnitz konnte mit ihrem ausgewählten Repertoire, ihrem Gitarrespiel und ihrer Stimme „hundertprozentig“ überzeugen und passte sich damit dem unter anderm gespielten Liedtitel „100 %“ an.

18 Eigenkreationen waren es insgesamt, die sie im Laufe des Abends zu Gehör brachte, und zwar so, dass ihr von Anfang bis Ende gerne zugehört wurde. Miriam Sprangers Stimme klingt äußert angenehm und weiß Höhen wie Tiefen bestens zu meistern. Sehr sensibel passt sie sich dem jeweiligen Liedinhalt an. Zu hören war von vielem, was im täglichen Leben zu beobachten ist, allerdings nur, wenn dieses aufmerksam wahrgenommen wird. Die Liedermacherin tut die, nimmt sich die Zeit für Ruhe und Nachdenken, denn nicht umsonst hat sie sich der immer wieder gerne gepflegten „Kommunikationsdiät“ verschrieben und bietet dazu auch gleich das passende T-Shirt an.

Sie registriert, überdenkt und kreiert schließlich Texte, die alles auf den Punkt bringen. Dazu erschafft sie dann auch noch die passende Musik, und die bringt sie nicht nur mit der perfekt gespielten Gitarre, sondern kombiniert sie auch noch mit Hilfe einer Loop-Station mit zuvor eingespielten Gitarren- oder Percussion-Passagen. Die Liedauswahl für das Vinninger Konzert fiel ihr nicht schwer, konnte sie doch sowohl auf einige bereits verlegte Singles als auch auf ebenfalls von ihr herausgebrachte Alben zurückgreifen, so das letzte mit dem Titel „Echt“ als auch dessen unmittelbare Vorgänger „Striptease der Seele“ und „Zwischen den Zeilen“.

So waren unter anderm zu hören zum Konzertauftakt der schnelle Titel „Das falsche Bild“, in dem Fehler und Irrtümer des gegenseitigen Kennens beleuchtet werden, so mit Versen wie „Du glaubst, du kennst mich“ oder „Du kannst mich lieben, kannst mich hassen“. Den zweiten Konzertblock nach der Pause eröffnete die Sänger mit dem Lied „Ein Buch“, wo es unter anderm heißt: „Jage nach Zeichen auf der Suche nach ganzen Worten“. Sehr interessant auch der Schlusstitel vor der Pause, nämlich „Der kleine Muskelkater“. Gefühle werden bei Miriam Spranger groß geschrieben, so auch im Lied „Hör auf dein Herz“.

Die Inhalte umfassen sozusagen alle Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens, letztere besonders intensiv ausgedrückt im Lied „Unbeantwortet“, in dem es um den Tod des Partners geht: „Leider gab es nie die Zeit für uns“ und „Doch was würdest du zu all dem sagen“. Doch ganz gleich, ob Trauriges oder Heiteres, Problematisches oder Freudvolles, immer ist zu spüren, dass die Sängerin auch an das glaubt, was sie inhaltlich vorträgt. Das gilt dann auch für den Schlusstitel „Wenn es regnet“, in dem sie dazu anregt, alles so zu anzunehmen, wie es kommt, denn „ich bin kein dummer Träumer“ und „Ich bin auch kein Pessimist“, „Doch ich freu` mich auch, wenn`s regnet“. Sie steht also mit beiden Füßen auf der Erde . So freute sie sich auch über den regen Schlussapplaus und belohnte diesen mit einer gerne entgegengenommenen Zugabe.