Konzert “Im wunderschönen Monat Mai”, So, 20. 5. 2018, 19 Uhr

Carla Hussong, Sopran
Robert Reichinek, Tenor
Arina Osaki, Piano

 

 

 

 

 

 

Carla Hussong, Sopran, wurde in Pirmasens geboren. 2003-2010 studierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, wo sie sowohl ihr gesangspädagogisches als auch ihr künstlerisches Diplom absolvierte. Im Anschluss studierte sie im Aufbaustudiengang Master Operngesang an der Musikhochschule Köln/Aachen. 2010 wurde ihr künstlerisches Schaffen mit einem Stipendium des Richard Wagner Verbandes ausgezeichnet. Es schlossen sich bis dato zahlreiche Musikpreise an.

Robert Reichinek studierte bei Mario Hoff an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er von Michael Gees – Liedbegleitung und Improvisation Kai Wessel – Stilistik „Alte Musik“ und Dagmar Boecker – Atemlehre und Sprecherziehung. Meisterkurse u.a. bei Simon Carrington, Michael Hampe sowie bei James Taylor während der Internationalen Bachakademie zum Musikfest Stuttgart, runden seine Ausbildung ab.

Arina Osaki schloss 2011 ihr künstlerisches Klavierdiplom und ihr Diplom in Liedgestaltung ab.2012 absolvierte sie außerdem ihr pädagogisches Klavierdiplom an der  Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

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Die beiden Sänger Carla Hussong, Sopran, und Robert Reichinek, Tenor, klavierbegleitet von Arina Osaki, bei einem Duett im Rahmen des Konzerts „Im wunderschönen Monat Mai“
Foto: Feldner

Gelungener Liederreigen als Hommage an den Mai

Ein knappes Hundert an Zuhörern genoss den exzellent dargebotenen Liederreigen, der in der „Alten Kirche“ durch drei Künstler unter dem Motto „Im wunderschönen Monat Mai“ präsentiert wurde. Die in Pirmasens gebürtige Sopranistin Carla Hussong und der Tenor Robert Reichinek sangen tief beeindruckend eine Fülle von passenden Liedern, die allesamt eine Art Hommage an diesen Frühlingsmonat darstellten, und wurden dabei sehr sensibel von der südkoreanischen Pianistin Arina Osaki begleitet.

Die aus Köln angereiste Sängerin konnte ihren sechsten Auftritt in dieser Örtlichkeit wieder einmal glänzend absolvieren. Erstmals konnte man sie im Jahr 2007, also noch während ihrer Ausbildung, in der „Alten Kirche“ als Solistin singen hören, damals im Zusammenhang mit einem Konzert der Bezirkskantorei unter der Leitung von Maurice Croissant. Danach machte sie noch mehrmals sehr positiv in dem etwa 800 Jahre alten Gebäude auf sich aufmerksam, jeweils mit wechselnden Gesangspartnerinnen. Nun trat sie erstmals mit einem Sängerkollegen auf und konnte auch dabei ihre beeindruckenden gesanglichen Vorzüge, aber auch ihre darstellerischen Fähigkeiten voll und ganz zur Geltung bringen.

Ihre Klavierbegleiterin Arina Osaki begleitete sie dabei zum dritten Mal, letztmals bei einem Adventskonzert im Jahr 2016. Sein Debüt in dem denkmalgeschützten Gebäude feierte dagegen Robert Reichinek und das erwies sich als rundum gelungen. Obwohl er bei den Duetten seiner Kollegin jeweils den sängerischen Vordergrund überließ und sich darstellerisch sehr verhalten gab, konnte er seine Gesangsqualitäten offenbaren, dies natürlich ganz besonders bei seinen Soli.

Eröffnet wurde der Liederreigen mit der bekannten Mozartvertonung des Liedes „Sehnsucht nach dem Frühling“. Gemeinsam eröffneten die beiden Künstler die eingängigen Verse mit „Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün“, sensibel unterlegt vom Spiel der Pianistin. Anschließend widmeten sich beide solistisch und im Wechsel Liedern von Franz Schubert, Robert Schumann und vor allem von Clara Schumann, aus deren Werk man insgesamt sieben Stücke ausgewählt hatte. Zwei davon, nämlich „In der Nacht“ und „Ich denke dein“ präsentierten die beiden Sänger gemeinsam, ebenso wie zuvor „Liebesgarten“ von Robert Schumann. Das Mottolied „Im wunderschönen Mai“, ebenfalls von diesem komponiert, sang Robert Reichinek.

Nach der Konzertpause erfreuten die Künstler ihre immer mehr begeisterte Zuhörerschaft mit Liedern von Ludwig van Beethoven, Gustav Mahler, Edvard Grieg, Johannes Brahms und noch einmal von Wolfgang Amadeus Mozart. Zu hören waren dabei unter anderm Titel wie Beethovens „Adelaide“, gesungen von Robert Reichinek, und Griegs „Verschwiegene Nachtigall“, dargeboten von Carla Hussong.

Den Konzertabschluss beging man mit Liedern aus Operetten. So sang Robert Reichinek fürs erste aus der Johann Strauss II-Operette „Simplicius“ den Titel „Der Frühling lacht, es singen die Vögelein“. Anschließend widmete sich Carla Hussong dem gefühlvollen Fred Raymond-Ohrwurm „Frühling in San Remo“ aus der Operette „Maske in Blau“ und konnte damit die überaus angetanen Zuhörer voll und ganz überzeugen. Das gelang den beiden Künstlern aber auch beim abschließenden Franz Lehár-Titel „Kosende Wellen … Warum hat jeder Frühling ach nur einen Mai“ aus der Operette „Der Zarewitsch“.

Der Schlussbeifall für das Künstlertrio, das sich neben den solistischen Leistungen auch immer wieder durch ein sehr harmonisches Zusammenwirken ausgezeichnet hatte, wollte nicht enden. Zum Lohn gab`s dafür als Einstimmung auf den Nachhausewege das Brahmssche „Guten Abend, gut` Nacht“.

Lothar Feldner, Kulturbeauftragter