Konzert aus der Reihe „Kultur im Landkreis“, „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ (Walter Theisohn, Oboe, und Ender Vielma, Gitarre), So, 28. 10. 18, 18 Uhr

Angeregt wurden „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ durch die Werke des französischen Gitarristen und Komponisten Napoleon Coste (1805-1883) für Oboe und Gitarre. Das Repertoire des Duos umfasst vorrangig Originalwerke aller Stilepochen, wobei die Musiker ein besonderes Augenmerk auf Werke des 20. Jahrhunderts legen.

Ender Vielma ist in Mérida-Venezuela im Jahr 1990 geboren. Mit 5 Jahren begann seine musikalische Ausbildung als Klavierschüler. Im Alter von 9 Jahren entdeckte er die klassische Gitarre für sich, die bis heute sein ständiger Begleiter ist. Mit 15 Jahren spielte er sein erstes Solokonzert an der Universität ULA in Venezuela und begann ein Jahr später mit seinem Bachelorstudium an der Universität ULA. Im Jahr 2012 kam er nach Deutschland, wo er an der Hochschule für Musik Saar den „Master of Music“ studierte und diesen mit der Auszeichnung „Summa Cum Laude“ abschloss.

Walter Theisohn, Oboe, studierte nach einer Ausbildung im Bäcker- und Konditorenhandwerk an der „Hochschule für Musik des Saarlandes, Saarbrücken“ Oboe (Orchestermusik) bei Professor Armin Aussem, Jürgen Schmitt (Englisch Horn) und Professor Eduard Brunner (Kammermusik).Während seiner Studienzeit war er Mitglied des „LandesJugendOrchesters Saar“ und des „Saar-Lor-Lux- Hochschulorchester

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Der Gitarrist Ender Vielma und der Oboist Walther Theysohn lieferten in Vinningens Kulturzentrum „Alte Kirche“ als Duo „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ ein herausragendes Konzert.

Kammermusik für Oboe und Gitarre erweist sich als musikalisches Glanzlicht

Als wären sie Teil ihres Körpers, so vertraut mit der Oboe beziehungsweise der Gitarre spielten Walter Theysohn und Ender Vielma in Vinningens „Alter Kirche“ ihre Instrumente. Die etwa 35 Zuhörer spürten dies beim Konzert aus der Reihe „Kultur im Landkreis“ von Anfang an, ließen sich davon faszinieren und sparten bis zum Schluss nicht mit Beifall für die großartigen Leistungen der beiden Akteure aus dem Zweibrücker Raum.

Walther Theysohn, Oboe, unterrichtet seit 1993 an der „Herzog-Christian-Musikschule“ in Zweibrücken und leitet diese seit 2002. Zudem ist er 1. Vorsitzender der „Mozartgesellschaft Zweibrücken-Bitche-Pirmasens“. Ender Vielma aus Venezuela ist an der Musikschule als Gitarrenlehrer tätig, gleichzeitig aber auch Stipendiat des Vereins Yehudi Menuhin. Als solcher studiert er an der Hochschule für Musik Saar den Masterstudienlehrgang „Neue Musik“. Beide Musiker treten als Duo „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ auf, benannt nach einem der bedeutendsten Gitarristen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zudem der renommierteste Gitarrenkomponist seiner Zeit.

Was die beiden in Vinnigens Kulturzentrum als Programm zusammengestellt hatten, lässt sich mit „Weltmusik“ überschreiben, entstanden im 19. und 20. Jahrhundert. Der Bogen reicht von Frankreich über Deutschland, Ungarn, Finnland,  Mexiko, Argentinien, Venezuela bis hin nach Brasilien. Das Auftaktstück zum „Kammerkonzert für Oboe und Gitarre“ stammt von dem Franzosen Jacques Ibert (1890-1962) und wurde von diesem 1937 für Flöte und Gitarre geschrieben. Aus ungefähr demselben Zeitraum stammt auch Francis-Paul Demillacs „Petite Suite Medievale“, ein Stück, das während des 1. Weltkriegs geschrieben wurde. Hier wie auch bei den folgenden Titeln wurde offensichtlich, dass die beiden Musiker den Umgang mit ihren Instrumenten nicht nur exzellent beherrschen, sondern auch als Duo bestens aufeinander eingespielt sind.

Die beiden folgenden Titel stammten von zeitgenössischen Komponisten, so das „Manantial Pointe d`eau“ vom Mexikaner Xavier Camino (geb. 1925) und die laut Theysohn sehr farbige „Sonatine über finnischen Volksweisen“ von Herbert Baumann aus Deutschland. Der Oboist war es denn auch, der jeden Titel samt seinem Urheber im voraus kommentierte und damit zum zusätzlichen Verständnis für das jeweilige Werk beitrug.

Der zweite Konzertblock brachte dann eingangs ein Stück des Komponisten, dem sich das Duo in besonderer Weise widmet und der zum Namensgeber wurde, nämlich dem französischen Gitarristen und Komponisten Napoleon Coste (1805-1883). Dieser war es auch, der Originalstücke für Oboe und Gitarre schrieb, so auch den ausgewählten Titel „Marche et Scherzo op. 33b“. Aus der „L`histoire du Tango“ des Argentiniers Astor Piazolla (1921-1992) präsentierte das Duo anschließend „Café 1930“. Es folgten zwei reine Gitarrenstücke, bei denen Ender Vielma aufzeigen konnte, dass er durchaus in der Lage ist, sein Instrument nicht nur begleitend, sondern auch solistisch einzusetzen.

Ausgewählt hatte er sich dafür eine Komposition des ungarischen Gitarristen und Komponisten Johann Kaspar Mertz (1806-1856), nämlich den Titel „An Malina“ sowie das Stück „La Negra“ seines Landsmanns Antonio Lauro (1917-1986). Beim einen wie beim andern demonstrierte der Gitarrist, dass er gleichermaßen einfühlsam wie mitreißend sein Instrument zu spielen weiß.

Die beiden letzten Titel wurden wieder gemeinsam intoniert. Jeweils von Celso Machado, Brasilien, spielte man „Pacoca“ und „Quebra Queixo“, beides aus der Komposition „Musique populaires bresilliennes“. Der dabei praktizierte Tangorhythmus verfehlte nicht seine Wirkung. Die Zuhörerschaft spendete zum Schluss langanhaltenden und auffordernden Applaus, so dass die beiden Künstler nicht um Zugaben herumkamen. Ohne Wenn und Aber hatte sich klar erwiesen, dass Kreismusikschulleiter Roland Schwindinger mit der Auswahl dieses Duos für ein Konzert der Reihe „Kultur im Landkreis“ einen sehr guten Griff getan hatte.