Konzert „Klangwelten“ mit dem Pianisten Christof Heringer, So, 4. 11. 18, 18 Uhr

Christof Heringer, Jahrgang 1961, aufgewachsen in Niedersimten, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von 8 Jahren. Er absolvierte ein Studium an der Pfälzischen Musikakademie Speyer (Klavier und Musiktheorie) sowie der Bundesakademie Trossingen (Elektronische Tasteninstrumente.) und ist als Pianist, Komponist und Pädagoge tätig.

Er schreibt Klavier solo Musik, komponiert und arrangiert ebenfalls die Musik für sein Jazztrio. Sein Klavierwerk wurde unter Titel „Short Pieces“ veröffentlicht. Seit 1986 ist er als Lehrer für Klavier, Elektronische Tasteninstrumente und Ensembles an der Musikschule des Landkreises Südwestpfalz tätig.

2015 veröffentlichte er das “Pirmasenser Klavierbüchlein“, mit 22 Preludes für Klavier solo, eine Hommage an die Stadt Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz.

Er spielt in verschiedenen Formationen. In solchen ist er auch schon in Vinningen aufgetreten. Als Solist kann man ihn fast alljährlich in der Alten Kirche erleben, zuletzt 2017 mit einem „Gassenhauerkonzert“..

In diesem Jahr heißt das Konzertprogramm „Klangwelten“, Melodien aus Klassik und Moderne.

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Der Rodalber Pianist, Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge Christof Heringer bei der Vorstellung verschiedener „Klangwelten“ in der „Alten Kirche“

Wohlgelungene Reise durch „Klangwelten“

Nur wenige, aber dafür recht aufmerksame und beifallsfreudige Zuhörer hatte der Rodalber Pianist, Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge Christof Heringer, als er sich im Kulturzentrum „Alte Kirche“ auf eine Reise durch die „Klangwelten“ alter und neuer Komponisten machte. Dabei stellte er der kleinen „Reisegruppe“ auch zwei unterschiedliche Beispiele seiner eigenen „Klangwelt“ vor, Auszüge aus dem von ihm komponierten „Pirmasenser Klavierbüchlein“ sowie aus der „Suite Espanola“, seiner neuesten Komposition.

Nach dem Aufspielen des eigenen Arrangements einer Brodway-Melodie von Richard Rogers führte der Künstler verbal kurz in das vorgesehene Gesamtprogramm des Abends ein, um dann als Auftakt drei Stücke aus seinem „Pirmasenser Klavierbüchlein“ zu präsentieren, nämlich „Auf dem Felsenwanderweg“, „Der Markt“ und „Marsch des Landgrafen“. Nach diesen regionalen Stimmungsbildern dann eine ganz andere Welt, unverkennbar spanisch. Aus seinem jüngsten Werk hatte er sich fünf Szenen ausgesucht, die schon vom Namen her verdeutlichten, wohin die Reise gehen würde: „Siesta“, „Cordoba“, „La Danza“, „Vista al Mar“ und „Seguidillas“.

Unverkennbar wurde schon bei diesen Darbietungen, dass Heringer sein Instrument bravourös zu spielen versteht. Faszinierend zu erleben, wie er auch die schwierigsten Passagen zu meistern weiß. Meisterlich kann er sich sowohl in das Einheimische als auch das Ferne einfinden, um es gekonnt in die entsprechenden Tonfolgen und Rhythmen umzusetzen. Wenn er spielt, hat man als Zuhörer das Gefühl, dass er mit seinem Instrument nahtlos verwachsen ist. Pianist und Klavier bilden eine Einheit, die sich auslebt.

Das alles war natürlich auch bei den Folgepräsentationen zu spüren, angefangen von Johann Sebastian Bachs (1685-1750) „Cello Suite“, die Heringer fürs Klavier arrangiert hatte, über das jüngere „Prelude“ aus „Pour le Piano“ von Claude Debussy (1862-1918) bis hin zur ebenfalls neuarrangierten „Spiritual Rhapsody“ des amerikanischen Komponisten Harold L. Walters (1918-1984). Mit letzterem hatte Heringer ein Werk aufgegriffen, das durch das ehemalige Kreisjugendorchester zur Feier von dessen 10jährigem Bestehen in Dahn gespielt worden war.

Spanisch ging es dann wieder zu Beginn des zweiten Konzertblocks zu, und zwar mit einer Kostprobe aus der „Suite Iberia Evocacion“ des Komponisten und Pianisten Isaac Albeniz (1860-1909), die stark von der spanischen Volksmusik geprägt ist und als dessen, noch sehr mit der Klassik verhaftetes, Meisterwerk gilt. Es folgten zwei Titel aus Frankreich, geschrieben von zwei Schwestern, nämlich Lilli und Nadia Boulanger, erstere (1893-1918) vertreten mit dem Stück „Im alten Garten“, letztere (1887-1979) präsent mit „Prelude a-moll“.

Den Hauptteil des Klavierspiels nach der Pause machten fürs Klavier arrangierte Orchesterkompositionen des 1934 geborenen amerikanischen Filmkomponisten Dave Grusin` aus. Die Palette der Vorführungen reichte von „New Hampshire Hornpipe“ über „Yesterday“ nach einem Ohrwurm von John Lennon bis hin zu dem Titel „Thanksong“, mit dem sich Christof Heringer auch bei seinem Publikum für die erwiesene anderthalbstündige Aufmerksamkeit bedanken wollte. Dessen langanhaltender Schlussapplaus sorgte schließlich auch dafür, dass der  Künstler über das Programm hinaus noch mit einer Zugabe aufwartete.