Konzert “Gonz elähn“ — Marcel Adam solo mit Gesang und Gitarre, So, 9. 9. 18, 19 Uhr

Marcel Adam ist der Typ des sympathischen Lieder- und Comédieschreibers, Mundartdichter, Sänger, Komponist und Entertainer und feierte im Jahr 2016 sein 35jähriges Bühnenjubiläum. In unzähligen Konzerten in Deutschland und Frankreich begeisterte Marcel eine immer größer werdende Fangemeinschaft. Seine Tourneen führten ihn immer weiter von den südlichsten Zipfeln der Republik bis in die nördlichste Spitze.

Einige von Adam’s Liedern sind mittlerweile Klassiker geworden und dürfen auf keinem Konzert fehlen. Dennoch – er belässt es nicht dabei. Er geht zurück zu seinen Wurzeln, interpretiert deutsche und französische Chansonklassiker von Piaf bis Moustaki, von Nena bis Rühmann.

In seinen Liedern erzählt er von seiner Kindheit im beschaulichen Lothringen, seiner Jugend, der ersten Liebe, den Tücken des Lebens, entpuppt sich gar als „Männerversteher“ mit reichlich Mitgefühl für das „schwache Geschlecht“. Marcels Texte sind romantisch, ernsthaft, lustig, albern, hin und wieder hält er uns darin auch augenzwinkernd den Spiegel vor.

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Marcel Adam bei seinem glänzend gelungenen Debut im vollbesetzten Kulturzentrum „Alte Kirche

Bestens gelungenes Marcel Adam-Debut in „Alter Kirche“

 „Gut wieder hier zu sein“ – mit dem bekannten Hannes Wader-Lied eröffnete Marcel Adam im ausverkauften Kulturzentrum „Alte Kirche“ sein erstes Konzert

nach mehrjähriger Pause. In der Vergangenheit war der sympathische Liedermacher, Mundartdichter, Sänger Komponist und Entertainer des öftern im unterhalb liegenden „Haus am Lindenbrunnen“ aufgetreten, doch seit dem Ableben der Veranstalterin Maria Schwartz war es zu einer Art Zwangspause gekommen. Mit dem Auftritt in der „Alten Kirche“ fand diese nunmehr ein Ende.

Die Fans des beliebten Künstlers konnten nach Bekanntwerden dieses Engagements sozusagen aufatmen und die ersten Karten für das Konzert wurden bereits zum Jahresbeginn bestellt. So war es nicht verwunderlich, dass in den letzten Tagen vor dem Ereignis schließlich der letzte Platz reserviert war. Wer auf diese Weise von nah und fern im  Veranstaltungsort Eingang gefunden hatte, wurde in seinen Erwartungen nicht enttäuscht. Zwar war die Atmosphäre im Gegensatz zur ehemaligen Scheune eine ganz andere, doch Marcel Adam verstand es glänzend, der neuen Situation gerecht zu werden, ganz schnell wieder eine feste Verbindung zu seinem nunmehr doppelt so großen Publikum zu schaffen und über zwei Stunden hin hervorragend zu unterhalten.

Das tat er wie immer mit älteren und neueren Lieder in Deutsch, Französisch und Lothringisch, teilweise auch gemischt, sowohl von bekannten Interpreten, vieles aber auch von ihm selbst. Die Darbietungen waren wie in der Vergangenheit stets von kleinen Anekdoten, Geschichten und Hinweisen umgeben, mal ernst, mal heiter, mal sehr realistisch, mal überzeichnet, oft mit humorvollen Seitenhieben auf die Geschlechter verbunden, kurzweilig und amüsant. Nach dem hochdeutschen Auftakt folgte gleich ein französischer Titel, und zwar Georges Moustakis „Avec man gueule de metecque“, ein Lied über den Fremden, den Außenseiter.

Doch dann ging es ins Mundartliche. Geboten wurde als erstes „`S Anna uff de Bank“, eine Thematisierung der Kindheit im lothringischen Heimatort. Und auch das folgende „De passage“ – „Auf der Durchreise“, brachte Mundart, gemischt mit Französisch. Hochdeutsch wurde es dann wieder beim „Ein Hotdog unten am Hafen“, bekannt geworden durch „Element of crime“. Noch bekannter dann das anschließende „Liebe ist wie wildes Wasser“, ursprünglich „The rose“. Nach Gitte Haennings „Ich will alles“ und Nenas „Wunder geschehen“ ging es schließlich nach einer Stunde in die Pause.

Drei Mundarttitel aus Adams Feder führten dann in den zweiten Konzertblock. „Wenn de Deitsche riwerkumme“ eröffnete den Dialektreigen, der dann über „Grad s`eläd“ schließlich zu „Die Muddergoddes uff`m Bersch“ führte, alle drei verbunden mit viel Lokalkolorit des begabten Erzählers. In diese Sparte ist auch das spätere „Sellemols“ einzuordnen. „Prendre un enfant par la main“ brachte dann wieder Französisch, und zwar mit einem Titel, der sowohl in dieser als auch der deutschen Sprache sehr bekannt geworden war. Das gilt weniger für einen frühen Udo Lindenberg-Song, nämlich „Ich will den Platz in meinem Herzen neu vermieten“. Den zumindest vorläufigen Abschluss tätigte der Sänger wie bei jedem Konzert mit dem vertonten Dietrich Bonhoeffer-Text „Von guten Mächten“, und zwar in der bekanntesten Vertonung, nämlich von Siegfried Fietz.

Damit war aber dann beileibe noch nicht Schluss. Die begeisterten Zuhörer wollten trotz der inzwischen verstrichenen mehr als zwei Stunden den Künstler noch nicht ziehen lassen. So gab es schließlich nach langanhaltendem Applaus noch zwei Zugaben, nämlich Klaus Hoffmanns „Blinde Katharina“ und „Am Ende denke ich immer nur an dich“, einen zweiten Titel von „Elements of crime“. Doch dann war`s eben zu Ende. Den Nachhauseweg konnten die Zuhörer jedoch mit dem Trost antreten, dass im März nächsten Jahres wieder ein Marcel Adam-Auftritt im „Haus am Lindenbrunnen“ des Maria Schwartz-Nachfolgers Jürgen Kupper folgen wird.