Frauen-Gospelchor “Gospel and Praise” unter Wolf-Rüdiger Schreiweis, Sonntag, 10. 3. 2019, 18 Uhr

Der Frauen-Gospelchor “Gospel and Praise” unter Wolf-Rüdiger Schreiweis

Der Chor „Gospel and Praise“ wurde 2001 in Zweibrücken-Mittelbachgegründet und ist ein Frauen-Gospelchor mit momentan 15 aktivenSängerinnen in allen Stimmlagen von Sopran bis Bass an der dortigen protestantischen Kirche.Der Spaß am gemeinsamen Singen ist ein wichtiger Bestandteil dermusikalischen Arbeit des Chors und gut gelaunt stehen die Sängerinnen hinter dem, was sie singen – nämlich der Frohen Botschaft des Evangeliums – und das merkt man dem Ensemble bei Gottesdiensten, Konzerten und sonstigen Auftritten auch an. Doch das Können und der Ehrgeiz der Frauen, die absolut verlässlich und in allen Konstellationen singfähig sind, lassen ein hohes musikalisches Gesangsniveau zu.
Und so reicht das Repertoire des Ensembles vom einfacherenWorship-Song (dem Lobpreislied, das sich vor allem an der Popmusik orientiert) über den klassischen Spiritual (der Liedgattung, die im 17. Jahrhundert mit dem Beginn der Sklaverei in den USA entstand und vor allem alttestamentarische Texte verwendet) bis zum modernen und anspruchsvollen Gospel. Doch der Chor verschließt sich auch nicht anderen musikalischen Stilrichtungen und Genres und so gehören z. B. auch moderne deutsche Kirchengesänge, (Volks-)Lieder hebräischen Ursprungs, aber auch Songs aus dem Bereich Jazz / Rock / Pop zum Repertoire von „Gospel and Praise“.

Es handelt sich um eine Veranstaltung der VR-Bank Südwestpfalz Pirmasens-Zweibrücken.

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Der Frauen-Gospelchor „Gospel and Praise“ unter der Leitung von Wolf-Rüdiger Schreiweis konnte im Vinninger Kulturzentrum „Alte Kirche“ seine Zuhörer überzeugen und dementsprechend mitreißen.

„Gospel and Praise“ überzeugt und reißt mit

„Every time I feel the spirit“ – unter diesem Motto veranstaltete der Frauen-Gospelchor „Gospel and Praise“ aus Zweibrücken-Mittelbach in Vinningens „Alter Kirche“ ein rundum gelungenes Konzert. Dirigiert und moderiert von Wolf-Rüdiger Schreiweis, boten die 16 Sängerinnen in dreistimmiger Darbietung eine interessante und ansprechende Folge von Liedern unterschiedlicher Rhythmen, wobei zweimal auch die rund 60 Zuhörer mit einbezogen wurden. Die VR-Bank Südwestpfalz Pirmasens-Zweibrücken als Veranstalter hatte mit dem Chor und seinem Dirigenten einen offensichtlich guten Griff getan.

            Zur Eröffnung sang die Chorgemeinschaft das „Kyrie“ des norwegischen Texters und Komponisten Tore W. Aas, Gründer und Dirigent des Oslo Gospel Choirs. Als solcher orientiert er sich einerseits am US-amerikanischen Stil, andrerseits befasst er sich mit christlich hymnischer Chormusik, die sich dem Lobpreis und der Anbetung, also Worship, widmet. Aus diesem Bereich kam auch das Eingangslied, ein wohlgelungener Zugang zum Gesamtanliegen des Konzertrepertoires. Zum zweiten Lied, dem sehr rhythmischen „Born again“, einem Beispiel des US-amerikanischen Stils, hatte der norwegische Chorleiter lediglich die Melodie beigesteuert. Den Text des 1992 entstandenen Songs schrieb dagegen Jan Groth.

            Die meisten Lieder ließ Wolf-Rüdiger Schreiweis von Hermann Dering am Klavier und Simon Rupp an der Percussion begleiten. Es gab aber auch etliche Passagen und Songs, die a capella gesungen wurden. Jedes Stück wurde im voraus vom Dirigenten kurzweilig erläutert, sowohl was den Autor als auch was den zumeist englischen Text betrifft. Bei zwei Titeln wurden auch die Zuhörer zur Mitwirkung aufgefordert. Das war fürs erste das bekannte Lied der US-Bürgerrechtsbewegung, nämlich „We shall overcome“, gesungen von Joan Baez, Pete Seeger, Mahalia Jackson und weiteren Gesangsgrößen. Des weiteren beteiligte sich das Publikum beim deutschen Titel „Herr, dein Name sei erhöht“, ursprünglicher Text und Musik von Rick Founds, einem christlichen Sänger und Liedermacher aus Kalifornien, der das Lied mit dem Titel “Lord, I lift Your name on high” geschrieben hatte. Der deutsche Text stammt von Karin Geitz.

            Bei einem Großteil der dargebotenen Lieder wurden Passagen durch ein oder zwei Solistinnen gesungen, und zwar immer wieder andere. Das kann wohl als Beweis dafür angesehen werden, dass ein Gutteil der beteiligten Bühnenakteure überdurchschnittlich gut singt, sodass auch Soloeinsätze gut möglich sind. Sowohl das Getragene, Gedämpfte und rhythmisch Verhaltene, als auch das Lautstarke, Schnelle und sehr Rhythmische wurde von dem versierten Klangkörper gleichermaßen gekonnt gesungen. Unverkennbar war auch die Begeisterung der Akteurinnen bei jeder Bühnenpräsentation, und die übertrug sich immer wieder auch auf das Publikum, das des öftern den Rhythmus mitklatschte.

            Neben Werken, deren Autoren genannt und erläutert wurden, angefangen von Sarah Moores „Living water“ und Joakim Arenius „“No Rock to take my place“ über Martha Munizzis „Because of who you are“ und Andraé und Sandra Crouchs „Jesus Is the answer“ bis hin zu Rend Collectives „My Lighthouse“ und Hans Christian Jochimsens „Peace be unto you”, gab es auch etliche Traditionals zu hören. Zu diesen zählte „I got shoes“, „Amazing Grace“ und das ebenso bekannte „He‘s got the whole world“ und schließlich das Konzertmotto-Lied „Every time I feel the spirit“. Mit „Shine Your light“ war das Autorenpaar Groth/Aas noch ein zweites Mal vertreten. Ebenso war mit Sarah Kaisers „Wir sind hier“ noch ein zweiter deutscher Titel im Programm enthalten

            Als Schlusslied hatte sich der Chor Brenton Browns „Lord, reign in me“ ausgesucht. Auch dieses 19. Lied des Abends, Werk eines südafrikanischen und amerikanischen christlichen Liedermachers, wurde bestens rübergebracht und dementsprechend langanhaltend fiel auch der Schlussapplaus aus. Als Zugabe des von der Publikumsresonanz offensichtlich positiv beeindruckten Chors gab`s dann noch das israelische Traditional „Hevenu Schalom“.