Neujahrskonzert “Das kann ja heiter werden” mit “DueVoce”, Sonntag, 13. 1. 2019, 19 Uhr

Kathrin Bungert und Hildegard Baum

„Ein musikalischer Blick ins Neue Jahr“ oder „Was wünschen Sie sich für 2019?“ — Sind Sie neugierig, voll Tatendrang oder eher in banger Erwartung? Haben Sie gute Vorsätze oder eher zaghafte Wünsche und Sehnsüchte? Wollen Sie endlich die Frau/den Mann fürs Leben kennen lernen?  Sie wissen es selbst noch nicht? Dann werfen Sie doch mit den Sopranistinnen Hildegard Baum und Cathrin Bungert einen musikalischen Blick in die Glaskugel. Marina Kavtaradze am Klavier lässt Sehnsucht nach „mehr“ Musik aufkommen!

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Programm rund um das Thema „Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen“ ist dem 100. Geburtstag von Leonard Bernstein im Jahr 2018 zu verdanken. Die Künstlerinnen haben sich aus diesem Anlass mit Bernsteins Musik  jenseits der West-Side-Story beschäftigt. Wunderschöne Lieder, Arien, Duette und Klaviermusik, die auch im Jubiläumsjahr nicht so oft gespielt wurden. Das Neujahrskonzert bietet die Gelegenheit, diese tollen Stücke zu hören! Natürlich werden auch Fans der West-Side-Story auf Ihre Kosten kommen!

Der Blick richtet sich weiterhin auf Bernsteins Komponisten–Kollegen in Europa und auch hier gibt es ein Thema, das sich immer wiederholt: Sehnsüchte, Hoffnungen, Träume – und – Was, wenn Träume auf einmal Wirklichkeit werden? „Reizende“ Damen zeigen, dass sich das weibliche Selbstbewusstsein in den Anfangs-Jahren des 20. Jahrhunderts deutlich gewandelt hat. Hierzu geben Frederik Loewe, Cole Porter, Ivor Novello, Friedrich Holländer, Eric Coates oder George Geshwin Beispiele. Doch auch Johannes Brahms und G.B. Pergolesi haben in der Musiksprache ihrer Zeit einige „Nötchen“ beizutragen. Der  zeitlich- geographische Rahmen erstreckt sich also von Europa der Barockzeit über die Romantik bis nach Amerika des 20. Jahrhunderts.

Und für alle Orte und Zeiten gilt: Musik spiegelt die Ideen und Sehnsüchte der Menschen ihrer Zeit! Musik hat zu allen Zeiten geholfen, unerträgliche Realitäten zu bewältigen. Bei allem philosophischen Hintergrund kommt keine Betulichkeit auf! Wie auch im vergangenen Jahr werden die beiden Sängerinnen den Konzertabend auch moderieren.

Dr. Hildegard Baum begann während Ihres Medizinstudiums eine private Gesangsausbildung bei Bernd Bachmann und Antonia Lutz. Bei Christiana Jordan belegte sie ergänzend Kurse in Liedgestaltung. Aktuell arbeitet sie mit den Gesangspädagogen Uwe Götz und Berthold Hirschfeld. Hildegard Baum ist regelmäßig als Solistin  in verschiedenen Chorprojekten tätig, u.a. arbeitet sie mit dem Zweibrücker Kammerorchester zusammen.

Cathrin Bungert erhielt ihre private Gesangsausbildung zuerst bei Uwe Götz. Aktuell arbeitet sie mit der Sopranistin Naira Glunchadze zusammen. Seit einigen Jahren ist sie solistisch sowie im Ensemble mit der Mezzosopranistin Hildegard Baum und der Pianistin Marina Kavtaradze in Konzerten zu hören.

Marina Kavtaradze

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„DueVoce“, die beiden Sopranistinnen Cathrin Bunger und Hildegard Baum (von links), gestalteten zusammen mit der Pianistin Marina Kavtradze im Kulturzentrum „Alte Kirche“ zum zweiten Mal ein Neujahrskonzert, das die Erwartungen der Zuhörer voll und ganz erfüllen konnte.

Stimmungsvolles Neujahrskonzert mit „DueVoce“

Ein erfreuliches Besucherinteresse konnte das „Neujahrskonzert“ mit „DueVoce“ im Kulturzentrum „Alte Kirche“ verzeichnen. Wie schon beim Debut vor einem Jahr wussten sich die beiden Sopranistinnen Cathrin Bungert und Hildegard Baum per Gesang, aber auch Mimik und Gestik, zusammen mit der Pianistin Marina Kavtaradze, bestens ins Licht zu setzen. Das gesetzte Motto „Das kann ja heiter werden!“ wurde durch eine Fülle wohlinterpretierter Arien und Duette, jeweils unterbrochen durch exzellent gespielte Klaviersoli, voll und ganz realisiert.

Schon der Auftakt, die „Boogie Woogie Etude“ von Glenn Gould (1932-1982), rasant gespielt durch die Pianistin, ließ erahnen, dass mit einem heiter-lebhaften Konzertabend zu rechnen ist, bei dem kein Platz für Langeweile sein wird. Nachdem im letzten Jahr der 100. Geburtstag von Leonard Bernstein (1918-1990) gefeiert werden konnte, hatten sich die Künstler diesen Komponisten als Schwerpunkt ihres Programms vorgenommen. So folgten fürs erste eine ganze Reihe von Bernstein-Kompositionen, die mit allen Höhen und Tiefen gerecht werdenden Stimmen mal als Duett, als Arie oder per Instrument vorgetragen wurden.

Das begann mit dem Duett „Neverland“ aus „Peter Pan“, führte weiter zu dem von Hildegard Baum gesungenen „My House“ aus dem selben Stück und dem von Cathrin Bungert gesungenen Titel „Silhouette“ bis hin zum Instrumentalstück „Anniversairies für Piano“. Dazwischen boten die beiden Sängerinnen, jeweils sensibel begleitet von Marina Kavtaradze, noch das Duett „Spring will come again“. Leonard Bernstein dürfte von der Art und Weise des Vorgetragenen so begeistert gewesen sein wie die Zuhörer im denkmalgeschützten gemeindlichen Gebäude.

Zwischen den einzelnen Vorträgen verstanden es die beiden Gesangskünstler, kurzweilig zu moderieren und dabei jeweils auf die Besonderheiten der nächsten Beiträge aufmerksam zu machen. Auch die folgenden Stücke des ersten Konzertblocks widmeten sich Kompositionen des 20. Jahrhunderts, so die Titel „I heard you singing“ von Eric Coates (1886-1957) oder „Waltz of my heart“ aus „Dancing Years“ von Ivor Novello (1893-1951). Kurz vor der Pause wartete das Trio dann noch mit drei deutschen Stücken auf, darunter das bekannte „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn“ aus dem Ufa-Film „Die große Liebe“, sehr beeindruckend vorgetragen von Hildegard Baum“, und schließlich „Eine kleine Sehnsucht“ aus dem Ufa-Film „Phäa“, dessen Text und Melodie von Friedrich Holländer (1896-1976) stammt. Hierbei konnte das Duo noch einmal voll und ganz demonstrieren, dass Gefühle an diesem Konzertabend ganz groß geschrieben wurden.

Den zweiten Block eröffneten die Künstlerinnen mit dem klassischen Duett „Die Schwestern“ von Johannes Brahms (1833-1897). Beim Schlusstitel „Ne Giorni Tuoi Felici“ von Pergolesi (1710-1736) gingen die beiden noch weiter in die Vergangenheit zurück. Doch dazwischen lagen wieder Stücke des 20. Jahrhunderts, darunter auch wieder von Leonard Bernstein. Dazu gehörten sowohl das „Ohio“-Duett aus „Wonderful Town“ als auch die Titel „Somewhere“, gesungen von Hildegard Baum, und „I feel pretty“, vorgetragen von Cathrin Bungert, beide aus der „West Side Story“. Zu finden waren nach der Pause auch zwei in Deutsch gesungene Arien, nämlich das von Hildegard Baum interpretierte „Ich hab` getanzt heut nacht“ aus „My fair Lady“ von Frederick Loewe (1901-1988) und „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ des zeitgenössischen Komponisten Sylvester Levay (geb. 1945), vorgetragen von Cathrin Bungert.

Auch im zweiten Konzertteil konnte Marina Kavtaradze glänzend unter Beweis stellen, dass sie nicht nur begleitend ihr Instrument herausragend beherrscht. Das tat sie beispielsweise mit Rachmaninoffs (1873-1943) „Moment musical“, mit George Gershwins (1898-1937) „Rialto Ripples“  und schließlich mit der ältesten Komposition des Abends, mit „Les Sauvages“ aus „Les Indes galantes“ von Rameau (1683-1764). Keine Frage war es, dass das Trio aus dem Saarland nach dem letzten Programmtitel, einen langanhaltenden Schlussapplaus entgegennehmen durfte, der schließlich auch noch fordernd wurde. So kam es noch zu zwei willkommenen Zugaben, wobei die letzte, nämlich „Guten Abend, gut` Nacht“ schließlich den endgültigen Schlusspunkt des herausragenden Konzertabends setzte.