Sonntag, 17. 2. 2019, 19 Uhr, “Spanische Impressionen” mit Christof Heringer

Der Pianist Christof Heringer bei seinem letzten Konzert im Jahr 2018

Christof Heringer, Jahrgang 1961, aufgewachsen in Niedersimten, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von 8 Jahren. Er absolvierte ein Studium an der Pfälzischen Musikakademie Speyer (Klavier und Musiktheorie) sowie der Bundesakademie Trossingen (Elektronische Tasteninstrumente.) und ist als Pianist, Komponist und Pädagoge tätig.

Er schreibt Klavier solo Musik, komponiert und arrangiert ebenfalls die Musik für sein Jazztrio. Sein Klavierwerk wurde unter Titel „Short Pieces“ veröffentlicht. Seit 1986 ist er als Lehrer für Klavier, Elektronische Tasteninstrumente und Ensembles an der Musikschule des Landkreises Südwestpfalz tätig.

2015 veröffentlichte er das “Pirmasenser Klavierbüchlein“, mit 22 Preludes für Klavier solo, eine Hommage an die Stadt Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz.

Er spielt in verschiedenen Formationen. In solchen ist er auch schon in Vinningen aufgetreten. Als Solist kann man ihn fast alljährlich in der Alten Kirche erleben, so 2017 mit einem „Gassenhauerkonzert“.

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Der Rodalber Pianist, Komponist, Arrangeur, Bandmusiker und Musikpädagoge Christof Heringer lieferte in der „Alten Kirche“ ein glänzendes Konzert zum Motto „Spanische Impressionen“.

Virtuoser Vortrag spanischer Klaviermusik

Gleichermaßen ausdauernd wie brillant widmete sich der Rodalber Pianist Christof Heringer im Kulturzentrum „Alte Kirche“ den von ihm ausgewählten, teilweise selbst komponierten oder arrangierten Klavierstücken zum gesetzten Konzertmotto „Spanische Impressionen“. Ein Viertelhundert an Zuhörern wusste die Leistungen des Tastenkünstlers zu schätzen und fasste die Würdigung und den Dank sowohl im Zwischenbeifall als auch im langanhaltenden Schlussapplaus zusammen.

            Christof Heringer tritt in Vinningens Schmuckstück jährlich mindestens einmal als Solist auf, so auch 2017 mit einem „Gassenhauerkonzert“ und im letzten Jahr mit „Klangwelten“. Des weiteren gab er auch schon Konzerte mit weiteren Musikern oder mit besonders begabten Schülern. Das Interesse daran hält sich zwar zumeist in Grenzen, doch alle, die bislang kamen, wurden nicht enttäuscht, so auch diesmal. Als Mittelpunkt des ersten Konzertblocks hatte er sich eine Auswahl von 23 Titeln aus seiner 2018 komponierten „Suite Espanola“ vorgenommen, einem Werk mit insgesamt 40 Stücken.

            Geschrieben hatte er diese Musik mit der Absicht, sowohl die unterschiedliche Art von Flamenco aus den einzelnen Regionen, normalerweise gespielt mit Gitarren, auch beim Klavier spüren zu lassen. Des weiteren sollten szenische Themen zum Ausdruck gebracht werden. So fanden sich in seiner Auswahl sowohl regionale Titel wie „Alcazar“, „Cordoba“, „Sierra Nevada“, „Malaga“, „Sevilla“, „Castilla“, „Andaluz“ oder „Saragossa“, als auch Szenisches wie „Siesta“, „El Torro“, „Serenata Espanola“, „El Molino“, „La Danza“, „Gitanos“, „Vista al Mar“ oder „Adios Amigos“. Ganz kurze Pausen kennzeichneten jeweils die Übergänge.

            Keine Frage, Christof Heringer stellte mit diesem Werk erfolgreich unter Beweis, dass es ihm offensichtlich gelungen ist, das Besondere der spanischen Musik, entstanden auch einer Mischung von arabischen wie europäischen Einflüssen, in seinen Kompositionen beeindruckend einzufangen, aber auch wiederzugeben. Die exzellente Beherrschung seines Instruments erlaubt es ihm auch, die teilweise rasanten Tonfolgen zu bewältigen und dabei auch eine Nuancierung zu erreichen, die immer wieder verblüfft. Seinem Ratschlag, sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen und zu genießen, wurde gefolgt. Der aufmerksame Zuhörer konnte sich nach Spanien versetzen lassen, um in seiner Vorstellung Bilder von Landschaften, Menschen und Ereignissen zu sehen und zu erleben.

            Bereits zum Auftakt gab es natürlich Spanisches, und zwar aus der Feder von Frederic Mompou, einem Komponisten des 20. Jahrhunderts, so das „Prelude für die linke Hand“, tatsächlich nur mit dieser gespielt, sowie das beidhändig umgesetzte „Prelude Nr. 1“, beides aus der „Musica Callada“. Musik aus demselben Zeitraum gab es auch zum Schluss des ersten Blocks. Zwar stammte sie vom ungarischen Komponisten Miklos Rosza, der in die USA ausgewandert war, doch als Musik zum bekannten Historienfilm „El Cid“ hatte sie natürlich einen offensichtlich spanischen Touch. Das Arrangement hatte Heringer selbst geschrieben. Zudem informierte er seine Zuhörer auch darüber, dass auch die Musik zum Film „Ben Hur“ von diesem 1995 verstorbenen Komponisten stammt.

            Mit einem Titel des spanischen Nationalkomponisten Isaac Albeniz, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert am Werk war, nämlich mit „Evocation“ startete Heringer in den zweiten Konzertblock. Ein zweiten Mal widmete er sich diesem Komponisten, und zwar beim bekannten Titel „Asturias“. Beide Werk wurden original für Klavier verfasst. Noch bekannter dürfte im weiteren Verlauf des zweiten Konzertteils der „Bolero“ von Maurice Ravel sein, zwar ein französischer Komponist, doch wohnhaft in der Nähe der spanischen Grenze und damit offensichtlich von der spanischen Musik infiziert. Geschrieben hat Ravel dieses Werk für Orchester. Heringer hat es für seinen Vortrag fürs Klavíer arrangiert, und zwar so, dass auch dabei Gänsehaut verspürt werden konnte.

            Ebenfalls um ein Heringersches Arrangement handelte es sich beim ebenfalls sehr bekannten 2. Satz, dem „Largo“ aus dem „Concerto de Arangjuez“ von Joaquin Rodrigo, einem spanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, verstorben 1999. Das galt auch für „Recuerdos de la Alhambra“ von Francesco Tarrega, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirkte. Geschrieben wurde diese „Erinnerung an die Alhambra“ original für Gitarre. Auch dieser Titel hat sich zwischenzeitlich zu einem Ohrwurm für Liebhaber spanischer Musik entwickelt.

            Keine Frage, dass schließlich aufgrund der vom Kulturbeauftragten gehaltenen Laudatio und nach ausführlichem Schlussklatschen auch noch eine willkommene Zugabe erfolgte. Selbstverständlich hatte Heringer auch dafür etwas Spanisches parat, und zwar das virtuos gespielte „La Fiesta“ des zeitgenössischen Komponisten Chick Correa. Auf diese Weise noch einmal richtig aufgewühlt, traten dann die Zuhörer ihren Nachhauseweg an, um dabei wieder durch die niedrige Außentemperatur auf Normalzustand abgekühlt zu werden

Christof Heringer