Ausstellung des Malers Engelbert Müller, Sonntag, 17. 3. 2019, 15 Uhr

Der Maler Engelbert Müller

Engelbert Müller:

  • 1950 geboren in Bann /Rheinland-Pfalz
  • In den 80er Jahren erste autodidaktische Auseinandersetzung mit 

      Malerei und Zeichnung

  • 1991 bis 1996 Aufenthalt in Leipzig und Berlin
  • Ab 2000 Studium der Malerei an der Europäischen Kunstakademie Trier bei Matthias Kroth
  • 2005 bis 2006  zwei Semester Gasthörer Kunstgeschichte Uni Saarbrücken
  • 2006 bis 2011 Gaststudium an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saarbrücken bei Prof. Rompza

Engelbert Müller zeigt uns innere Bilder seiner Geschichten und seiner Auseinandersetzung mit Welt. Im Malprozess lotet er die Ausdrucks-möglichkeiten seines Mediums immer wieder neu aus, auf der Suche nach eigenen Wegen, seiner Sprache und seinen persönlichen Zeichen und Symbolen. Seine Bildsprache ist spontan, manchmal skizzenhaft, manchmal verdichtet in dem ständigen Prozess des Verwerfens und Suchens nach der besseren Lösung. Engelbert Müller bildet nicht ab , sondern transformiert in Malerei. Dabei geht es nicht nur um Begriffe und Ideen, sondern auch um die Sinnesempfindung,die irreduziblen Elemente der Erfahrung, unmittelbar zum Ausdruck zu bringen. Die Bildräume mit ihren Farben, Strukturen, assoziativen Elementen, die Schrift die Chiffren das alles zieht den Betrachter in die Malerei von Engelbert Müller und lädt ihn ein zu verweilen.

Ein Bild von Engelbert Müller

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Die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Gross und der Maler Engelbert Müller vor einem der Geschichten erzähltenden Bilder, hier vor dem Schriftbild “Hohelied”

„Alte Kirche“ präsentiert 30 Bilder

eines spätberufenen Geschichtenerzählers

Zwar waren aufgrund des schlechten Wetters nicht allzu viele Besucher zur Ausstellungseröffnung  Engelbert Müller in der „Alten Kirche“ erschienen, doch alle, die sich zum Kommen entschieden hatten, wurden mit bemerkenswerten Bildern und einem hörenswerten Kommentar der Kunsthistorikerin Dr. Claudia Gross belohnt. Letztere beleuchtete sowohl den Künstler als auch sein Werk und gab Hinweise zur Bilderschließung. Entsprechend der Malweise lieferte der Pianist Christof Heringer dazu eine passgenaue musikalische Umrahmung mit modernen Stücken.

            Die 30 zumeist großformatigen Bilder, hängen, teilweise betitelt, an den weißen Wänden des Kirchenschiffs und des Chorraums, aber auch an den Sandsteinwänden des 2. und 3. Turmgeschosses. Sie sind in Acryl oder in Mischtechnik angefertigt. Der Chorraum ist den sogenannten Schriftbildern vorbehalten. Alle Bilder können erworben werden. Die Preise liegen zwischen 180 und 2 800 Euro.

            Den 1950 in Bann geborenen Künstler bezeichnet die Laudatorin als „Spätberufenen“. Erst in den 1980er Jahren wendete er sich der Malerei und Zeichnung zu. Nach der Frühberentung nahm er das Studium der Kunst in Trier und Saarbrücken auf und belegte als Gasthörer auch Kunstgeschichte an der Saarbrücker Universität. Ab 2002 begann er seine Bilder öffentlich zu zeigen. So waren seine Werke zusammen mit der Gruppe „4+4“ in eben dem Jahr schon einmal in Vinningens Kulturzentrum zu sehen. Es folgten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. Für Juni ist eine große Einzelausstellung im Regionalmuseum in Reichelsheim im Odenwald in Planung. Engelbert Müller ist seit 2011 Mitglied beim Saarländischen Berufsverband Bildender Künstler und seit 2013 bei der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler.

            Was die Bilder Engelbert Müllers betrifft, so bezeichnet ihn Dr. Claudia Gross als „Geschichtenerzähler“. Auf jedem Bild erzähle der Maler eine besondere Begebenheit. Das kann etwas Biografisches sein oder die Gedanken des Künstlers zu einem weltpolitischen aber auch philosophischen Thema. Mal drückt er sich in Motiven, mal in Schrift und Zeichen aus. Immer aber sind es Dinge und Ereignisse, die ihn berühren, ihn beschäftigen oder gar betroffen machen. Engelbert Müller bedient sich für seine Bildaussagen sowohl des abstrakten, als auch des andeutend gegenständlichen Ausdrucks. Beide künstlerischen Ausdrucksweisen gehen in seinen Gemälden eine für ihn typische Verbindung ein. Er malt und schreibt sich etwas von der Seele und es reicht ihm vollends, wenn nicht alles, sondern nur rudimentäre Gedanken beim Gegenüber ankommen. Er ist der Meinung , dass der Betrachter seine Geschichte auch gar nicht brauche, denn er solle seine eigene Geschichte in den Bildern finden..

            Bei dem hohen Stellenwert, den Geschriebenes und Schreiben für Engelbert Müller habe, sei es nicht verwunderlich, dass er die Apsis der ehemaligen Kirche, also den heiligsten Bereich des Sakralbaus, mit seinen sogenannten Schriftbildern bestückt. Im Zentrum befindet sich ein zweiteiliges Werk, das dem alttestamentlichen „Hohelied“ gewidmet ist. Tafeln und Motive sind über und über mit Text beschrieben und überschrieben, an manchen Stellen bis zu fünf Mal. Es handelt sich dabei um den kompletten Wortlaut des Hohelieds, den Engelbert Müller wieder und wieder in verschiedenen Farben auf die Leinwand gemalt hat.

            Ebenfalls für die ehemalige Apsis hat er ganz bewusst zwei Werke aus seiner Manuskripte-Reihe ausgewählt. Im Mittelpunkt derselben steht dann entweder immer der gleiche Satz oder ähnliche Sätze zum gleichen Thema. Zwar ist die verwendete Grundfarbe immer Acryl, jedoch können weitere Schichten auch gesprayt oder collagiert sein. Kein Wunder also, dass die Entstehung von Engelbert Müllers Bildern bis zu zwei Jahre dauern kann, so die Laudatorin. Ausgewählt hat der Maler zwei Werke zum Thema Zeit. Er habe das Gefühl, ihm liefe die Zeit weg, einerseits weil er im Hier und Jetzt nicht weiter zu kommen scheint, aber auch weil er in der Vergangenheit so viel Zeit verschwendet zu haben glaubt. Wie ein Stilleben sollen diese Bilder den Betrachter daran erinnern, dass „alles eitel ist“, Besitz dahin schwindet und es demnach um andere, nämlich innere Werte gehen muss. Sein Leben zu leben und zwar erfüllt zu leben, das bedeute für den Künstler Engelbert Müller, sich Gedanken zu machen und sich malend auszudrücken, so die Kunsthistorikerin, denn auf einem seiner Manuskript-Bilder schreibt er: „Du musst Dich daran gewöhnen, zu leben und zu handeln, als wäre das Ende Deines Lebens schon da.“