Konzert mit dem “Trio Viordeon” (aus der Reihe “Kultur im Landkreis”), Sonntag, 20. 10. 2019, 18 Uhr

Das Trio “Viordeon”

Drei russische Musiker aus verschiedenen weit auseinander liegenden Regionen in Russland haben sich in Deutschland zusammengefunden, um zusammen zu musizieren. Sie haben entdeckt, dass es viele musikalische Schätze im Bereich zwischen traditionellen Klassik und Popmusik gibt. Beliebte Melodien oder interessante Entdeckungen sind das Repertoire des Ensembles. Einzigartige Instrumentenauswahl der Besetzung als technisch vielfältiger und farbenreicher Klangkörper passt am besten dafür. Professionelle Aufführung garantiert für das Publikum den Spaß für ganzen Abend.

Sergej Igonin – Violine

Lyuba Sampiyeva – Violine

Nina Kruser – Knopfakkordeon

Tauchen Sie ein in eine warme Atmosphäre des Südens. Gehen Sie mit uns spazieren am Ufer der Seine, atmen Sie die Meeresluft des Atlantiks und genießen Sie  einen Hauch von Dolce Vita.

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Das „Trio Viordeon“, von links Sergej Igonin, Lyuba Sampiyeva und Nina Kruser, konnte das Publikum bei seinem Auftritt im Kulturzentrum „Alte Kirche“ voll und ganz für sich einnehmen.

Besonderes Klangerlebnis

mit Geigen-Akordeon-Musik

Eine überaus gelungene Demonstration, wie gut zwei Violinen zusammen mit einem Knopfakkordeon klingen können, bot das „Trio Viordeon“ im Kulturzentrum „Alte Kirche“. Das Konzert aus der Reihe „Kultur im Landkreis“ wurde allerdings nur von lediglich knapp 30 Zuhörern wahrgenommen, aber dessen ungeachtet mit viel Applaus honoriert.

            Ensemblechef Sergej Igonin spielte bei dem Auftritt exzellent die erste Geige, begleitet von Lyuba Sampiyeva, die mit der Handhabung der zweiten Geige keineswegs nachstand. Das selten gehörte Knopfakkordeon wurde versiert von Nina Kruser bedient. In einem perfekten Zusammenwirken widmete sich das Trio fürs erste einer Hommage an Nino Rota, einem Komponisten, der vor allem durch seine Musik zu rund 150 Filmen bekannt geworden ist, der aber auch eine Fülle weiterer Werke auf sein Konto schreiben kann und vielfach ausgezeichnet wurde.

            Zu hören waren unter anderm Titel aus dem Film „Der Pate“, so „Main Title“ und „Godfather Waltz“. Aus „Krieg und Frieden“ spielten die drei Akteure „Natashas Waltz“. Der Film „Der Leopard“ war mit drei Titeln vertreten, nämlich „Contradanza“, „Mazurka“ und „Liebesthema“. Die Hommage endete schließlich mit drei Stücken aus dem Film „Achteinhalb“, und zwar „Carlotta`s Galopp“, „L`Illusionista“ und „La Passerella“. Durchweg zeigte sich, dass der Komponist den Trio-Mitgliedern zu einer Art Herzensangelegenheit geworden ist, die Sensibilität der Darbietungen war ein deutlicher Beleg dafür.

            Potpourri „Paris“ nannte sich der zweite Konzertblock und hier warteten die drei Instrumentalisten mit altbekannten Chansons auf, immer wieder gern gehörten Melodien, angefangen von Tino Rossis „J`attendrai“ und Maurice Chevaliers „Valentine“ über Charles Trenets „Coin de Rue“ bis hin zu Line Renauds „Sous le ciel de Paris“, dem wohl bekanntesten Titel aus der dargebotenen Chanson-Reihe. Auch dieser musikalische Genuss wurde mit viel Wohlwollen, aber auch Mitsummen entgegengenommen und mit viel Beifall bedacht.

            Eine weitere Hommage bildete nach der Pause eine Tangofolge von Astor Piazolla, der mit seinen Kompositionen den traditionellen Tango völlig veränderte. Seine Tangos sind zwar nicht tanzbar, doch die gleichermaßen spannende wie traurige Musik steckt voller Energie, Sinnlichkeit und Lebenslust, so Sergej Igonin bei seinen einführenden Worten. Trotz aller Widerstände habe der Begründer des Tango Nuevo mit seinen rund 300 Kompositionen dieser Art in seinem Heimatland Argentinien schließlich den Status eines Nationalhelden erreicht.

            Ausgewählt hatte sich das Trio die Titel „Oblivion“, „Untertango“, „Soledad“ und „Novitango“, die allesamt mitreißend intoniert wurden und so das Bild des dahinterstehenden Komponisten deutlich werden ließen. Einen starken Kontrast dazu bildete in der Konzertfortsetzung das komplett andersartige Traditional „Irish Stew in the Morning“, das einzige Stück des Abends, das in einer reduzierten Besetzung vorgetragen wurde, nämlich lediglich durch die beiden Violinen. Dessen ungeachtet bewiesen auch bei dieser rasanten Musik von der Grünen Insel die beiden Geiger, dass sie bestens aufeinander eingespielt sind.

            Mit einem Gag wartete das Trio bei Frederic Chopins „Nocturne“ auf. Sie präsentierten nicht die Originalversion des berühmten Stücks, die so auch nicht zum Programm gepasst hätte, sondern eine Bearbeitung des US-Musikers Ethan Uslan als eine Art Amerikanisierung. Diese sogenannten „Stride Version“ wirkte sich dann vor allem im Rhythmus aus, und zwar in Richtung Country-Music und wurde so zu einer recht amüsanten Angelegenheit.

            Den Schlusspunkt setzten die drei Musiker mit dem vielfach ausgezeichneten Vladimir Spivakov beziehungsweise dem Musiker Viktor Poltorazki aus dem von ihm geleiteten Kammerorchester „Die Moskauer Virtuosen“, der speziell für dieses Ensemble das Stück „Souvenir“ komponierte. Keine Frage, dass auch die Darbietung dieses letzten Programmtitels zu einem besonderen Erlebnis fürs Publikum wurde. So war es kein Wunder, dass der langanhaltende Schlussapplaus zu einer Zugabe führte, nämlich dem immer wieder gern vernommenen „La Paloma“.