Konzert mit dem Duo “De Ähnd un de Onner”, Sonntag, 26. Januar 2020, 19 Uhr

„Mir redde un singe wie uns de Schnawwel gewachs is!“, so stellen sich die beiden gebürtigen Pirmasenser Stimmungssänger Klaus Dieter Keilhauer (Rodalben) und Rainer Stretz (Thaleischweiler) gerne selbst vor. Und auf die immer wieder aufkommende Frage nach dem Wer-ist-wer antworten sie: „De Ähnd is der, wo’m Onner soi Kapp uff hat!“ Damit ist der erste Kontakt zum Publikum dann auch schon hergestellt.

Pälzer Mussig, Pälzer Dialekt und unverfälschte Pälzer Lebensart präsentieren die beiden stimmgewaltigen Musiker aus dem Pfälzer Wald auf Veranstaltungen für Jung und Alt. Dabei spielen sie ihre handgemachte Stimmungsmusik schon immer live und „unplugged“ mit Gitarre und ihrem „Original Elwetritsche-Bass“ (selbstgebauter Ein-Saiten-Bass aus einer indischen Teekiste).

Bereits seit dem Jahr 2004 haben sie sich musikalisch ihrer Pfälzer Mundart verschrieben und sind damit mittlerweile eine kulturelle Institution in der Pfalz Wald und darüber hinaus geworden. Ihr augenzwinkernder Wahlspruch lautet: „Mir kenne alles außer Hochdeitsch!“ Wenn sie dann zwischen den einzelnen Titeln von ihren Erlebnissen im Saarland oder mit „Amis un Franzose“ berichten, kommen allerdings auch „sonstige Fremdsprachen“ garantiert nicht zu kurz.

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Lebhafter Konzertabend mit Pfälzer Mundart-Duo

Rund 60 Zuhörer im Kulturzentrum „Alte Kirche“ zeigten sich von Anfang bis Ende recht angetan von dem, was ihnen durch das Mundart-Duo „De Ähnd un de Onner“ über gut zwei Stunden hin an Pfälzer Liedern und Moderation von der Bühne aus geboten wurde. Klaus Dieter Keilhauer aus Rodalben und sein Sangeskollege Rainer Stretz aus Thaleischweiler-Fröschen sangen und spielten sich bei diesem „Pfälzer Abend“ ins Herz des Publikums und dies ganz ohne „Weck, Worschd und Woi“.

            Mitgebracht hatten die beiden gebürtigen Pirmasenser neben der Keilhauers Gitarre und dem selbstgebauten „Elwetritsche-Kontrabass“ von Stretz insgesamt 19 pfälzische Lieder. Dazu kamen eine Fülle von pfalztypischen Hintergrund-Informationen, so zahlreiche Blicke in die Vergangenheit sowie in Lebensweisheiten und Gebräuche unsrer Region. Zudem wurde des öftern zum Mitmachen animiert, zum Singen, Klatschen und Stampfen bis hin zum Balzruf der Elwetritsche. Gesungen haben die beiden munteren Pfälzer natürlich zu 99 Prozent in ihrer eigentlichen Muttersprache, lediglich bei einer der etlichen Zugaben blickten die Sänger über den pfälzischen Tellerrand hinaus, ins Hochdeutsche, Englische, Französische, Italienische und sogar in die Sprache des Nachbarbundeslandes, des Saarlands.

            Zur Eröffnung des von Lachen und Frohsinn geprägten Musikangebots sang das Duo das bekannte „Pfalzlied“ der „Anonymen Giddarischde“ und appellierten danach frei nach „Dings un de Dingsbums“ zum „Auf ihr Brieder in die Palz“. Lieder der beiden bekannten Pfälzer hatte man noch mehr mitgebracht, so „Wann die Momme un de Babbe saomschdaas baade“, „Die Oma, die Sogge und die Truh“,  „Mir honn noch die Abord im Gaade“ und schließlich „Pälzer Schlachtfescht“. Keine Frage, dass damit die gute Stimmung im Veranstaltungsraum so nach und nach zunahm, zumal die Liedinhalte jeweils zuvor von Klaus Dieter Keilhauer mit zahlreichen Anekdoten und humorvollen Hinweisen vorbereitet worden waren.

            Aber auch weitere Pfälzer Liedautoren kamen zu Wort, so Kurt Dehn mit „In die Palz geht de Parre mit de Peif in die Kersch“ und dem Schlusslied „Waonn in dem große Himmel“. Was „Pälzer Traditionals“ betrifft, so wartete das Duo mit „Isch bin en äschder Pälzer Bu“, „Ja, wir sind die Garde“ und mit „De Karl vun Fraongedaal“ auf, wobei man letzteres für Pirmasens vereinnahmte und daraus „De Karl vum Blümelsdaal“ machte. Als „Omalied“ deklarierten die beiden eine Melodie von Bob Bobbejans, zu der Klaus Dieter Keilhauer den Text „Numme laongsaom und bloos net se schnell“ kreiert hat und bei dessen Vortrag Rainer Stretz des öfter per Kopftuch und Stimme die Oma spielte.

            Turbulent ging es auch bei der Keilhauer-Schöpfung „Elwetritschebalz in de Palz“ zu, bei der sich der Autor mit einem Elwetritsche-Jägerhut dekorierte und den Zuhörern das Balzverhalten dieser südwestpfälzischen Tierart erläuterte, samt den entsprechenden Balzrufen. Während er danach beim Liedvortrag den Balzruf des männnlichen Tiers von sich gab, nämlich „tritsch-tritsch-tritsch“, antwortete das Publikum mit dem Antwortruf des Weibchens, „ui-ui-ui-ui-ui“. Nicht nur bei diesem Lied, sondern auch bei allen weiteren Vorschlägen des Sängers wurde eifrig Folge geleistet, so auch beim Dialog nach jedem Liedvortrag. Für den Applaus bedankten sich die Akteure mit „Dankschä“ und das Publikum antwortete jeweils als Chor mit „Bittschä“.

            Keine Frage, dass der immer wieder gewährte Zwischenbeifall schließlich zu einem langanhaltenden und lautstarken Schlussapplaus führte und demnach ebenso intensiv Zugaben gefordert wurden. Die gewährte das Duo ohne langes Zögern mehrfach, wobei man auch demonstrierte, dass man im Bereich der Rockmusik durchaus seinen Mann steht. Rainer Stretz bekam dabei Gelegenheit, seinen einmaligen Kontrabass besonders rasant zu spielen und auch Klaus Dieter Keilhauer setzte seine Gitarre samt Stimme im neuen Rhythmus überaus gekonnt ein. Mit solchen schnellen Tönen versorgt, fiel es den Zuhörern also überhaupt nicht schwer, recht beschwingt den Weg nachhause anzutreten.

Das Pfälzer Mundart-Gesangsduo „De Ähnd un de Onner“, von links Rainer Stretz an seinem selbstgebauten „Elwetritsche-Kontrabass“ und Klaus Dieter Keilhauer mit seiner Gitarre, gestaltete in der „Alten Kirche“ ein recht lebhaftes „Pfälzer Konzert“.