Adventsabend mit Mundartreimen, Gesang und Klaviermusik, Sonntag, 8. 12. 2019, 19 Uhr

Die Sopranistin Ursula Herzel, zusammen mit der Pianistin Anne Schmitt (beim Neujahrskonzert 2017, damals als “Trio Musica” mit der Geigerin Cornelia Fels)
Die Sopranistin Ursula Herzel

Geboten wird eine heiter-besinnliche Lesung zum Advent in Pfälzer Mundart mit Texten von Dr. Thomas Kiefer (Lesung) , musikalisch umrahmt von Ursula Herzel (Sopran) und Anne Schmitt am Klavier.

Der bekannte Neustädter Theologe und Mundartdichter Dr. Thomas Kiefer liest aus seinem Buch mit adventlichen und weihnachtlichen Texten u. a. die Kapitel „Mach halt und kumm!“- Vom Gott, der zu den Menschen kommen will, sowie „Uhne Engelschar kä Woihnachte“. Ursula Herzel (Sopran) und Anne Schmitt am Klavier umrahmen die Lesung musikalisch mit Werken von Johann S. Bach, Georg F. Händel, Peter Cornelius u.a. Bekannte Advents- und Weihnachtslieder runden das Programm ab.

Ursula Herzel erhielt ihren ersten Gesangsunterricht an der Musik- und Kunstschule Bruchsal. Sie studierte an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Musik für das Realschullehramt. Dort ließ sie ihre Stimme bei Ute Hummel weiter ausbilden. Seit 2000 bildet sie sich regelmäßig im Sologesang bei Opern- und Konzertsängerin Daniela Schick weiter. Als freischaffende Sängerin übt sie auch überregional eine rege Konzerttätigkeit aus. Des weiteren ist sie als Lehrkraft für Gesang und Musikalische Früherziehung sowie als Chorleiterin tätig.

Anne Schmitt studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim Schulmusik mit Leistungsfach Orgel. Im Jahr 2004 legte sie die Teilbereichsprüfung C als Organistin ab und ist seither als Organistin und seit 2008 auch als Chorleiterin und Klavierpädagogin tätig.

Dr. Thomas Kiefer, geb. 1962 in Neustadt an der Weinstraße, wohnhaft in Neustadt-Gimmeldingen, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder, ist Verfasser von etlichen Mundartbüchern mit theologischem Hintergrund in pfälzischer Mundart. Er studierte Theologie in Freiburg im Breisgau und absolvierte ein Studium der Erziehungswissenschaften in Landau. Seit 1989 ist Dr. Thomas Kiefer als Pastoralreferent in der Diözese Speyer tätig. Heute leitet er im Bischöflichen Ordinariat Speyer die Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“.

Der Mundartdichter Dr. Thomas Kiefer

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Die Sopranistin Ursula Herzel beim von Anne Schmitt begleiteten Liedvortrag, dem auch der zwischendurch vortragende Mundart-Autor, der Theologe Dr. Thomas Kiefer, lauschte.

Besinnlicher Adventsabend

mit Gesang, Musik und Mundart

Adventsstimmung wurde groß geschrieben bei der letzten Veranstaltung dieses Jahres in Vinningens Kulturzentrum „Alte Kirche“. Erzeugt wurde dieses Gefühl durch eine Kombination von kunstvollem Gesang, Klaviermusik und dem Vortrag ansprechender Texte, dies in Mundart.

            Für den gelungenen Liedvortrag sorgte die Sopranistin Ursula Herzel, jeweils sensibel am Klavier begleitet von Anne Schmitt. Die Sängerin, die mit dem jüngsten Auftritt zum siebten Mal in den letzten zehn Jahren in Vinningens Schmuckstück gastierte, hatte sich ein Programm von passenden Liedern ausgesucht, angefangen von Johann Sebastian Bachs „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ über Georg Friedrich Händels „Er weidet seine Herde“ und „Wie lieblich ist der Boten Schritt“ bis hin zu „Christbaum“ von Peter Cornelius und dem bekannten „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck.

            Ursula Herzel wusste allen Anforderungen des jeweiligen Stücks in erfreulicher Weise gerecht zu werden, dies auch beim letzten Titel, dem „Weihnachts-Wiegenlied“ von John Rutter. Es gelang ihr spielend, die Höhen und Tiefen zu meistern sowie ihren Vortrag facettenreich zu gestalten. Den Applaus hatte sie sich voll und ganz verdient, ebenso wie die Pianistin bei zwei Solo-Vorträgen. Fürs erste spielte diese das Stück „Gottes Sohn voll Gnaden“, eine Adventsmeditation von Matthias Nagel. Danach trat sie noch einmal mit „Stars were gleaming“, dem Klavierarrangement eines polnischen Weihnachtsliedes in den Vordergrund, und konnte jeweils einen anerkennenden Beifall entgegennehmen.

            Der dritte Akteur des Abends war Dr. Thomas Kiefer, der zwischen den Lied- und Klaviervorträgen aus seinem dritten Mundartbuch „Vun Hirte, Engelscher und vom Woihnachtsesel“ vorlas, und zwar aus den Kapiteln „Mach halt un kumm“ sowie „Uhne Engelscher kä Woihnachte“. Schon bei seinem ersten Vortrag, dem Kapitel „Do geht’s grad zu wie uff me Bahhof“ wurde deutlich, dass es sich hier um kein übliches Buch über Weihnachtliches geht, sondern wirklich um das, was der Autor, ein Theologie, schon im voraus angesagt hatte, nämlich um ansprechende Verkündung von Religiösem. Das geschah allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger und todernst, sondern dezent humorvoll, äußerst sensibel und unaufdringlich. So war das auch bei den weiteren Beiträgen vor der Pause, und zwar unter der Überschrift „Sich alle Johr nei fräe“ und „Alleweil kummt`s druff a“.

            Nach der Pause drehte sich dann beim Mundart-Vortrag alles um Engel, eingangs  beim „Engel, wie en gute Oifall vum Herrgott“, in der Mitte  beim „Engel, wu Owwacht gewwen“ und schließlich beim „Engel, wu em Kraft gewwen“ und „Engel, wu alsfort singen und spielen“. Keine Frage, Dr. Thomas Kiefer kam mit seinem Auszügen aus dem 2018 im Pilgerverlag erschienen rund 90 Seiten zählenden Buch bestens an, das heißt seine Art der Verkündigung fiel offensichtlich auf fruchtbaren Boden.