Konzert “Von Ländlern und Walzern” mit dem Pianisten Christof Heringer, Sonntag, 8. März 2020, 19 Uhr

Christof Heringer, Jahrgang 1961, ist aufgewachsen in Niedersimten underhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von 8 Jahren. Er studierte an der Pfälzischen Musikakademie Speyer (Klavier und Musiktheorie) und der Bundesakademie Trossingen (Elektronische Tasteninstrumente) und ist tätig als Pianist, Komponist und Pädagoge.

2001 erhielt er für sein Jazzpianospiel die Auszeichnung „Coin of Exellence“.

Er schreibt Klavier solo Musik, komponiert und arrangiert ebenfalls die Musik für sein Jazztrio. Sein Klavierwerk wurde unter Titel „Short Pieces“ veröffentlicht.

Seit 1986 ist er als Lehrer für Klavier, Elektronische Tasteninstrumente und Ensembles an der Musikschule des Landkreises Südwestpfalz tätig.

2015 veröffentlichte er das “Pirmasenser Klavierbüchlein“, mit 22 Preludes für Klavier solo, eine Hommage an die Stadt Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz. Seinem Heimatort Niedersimten hat er die Felsalbtaler Stubenmusik gewidmet.

2019 spielte er zum 20 jährigen Bestehen seines Jazztrios ein Konzert mit der Posaunenlegende Jiggs Whigham beim Euroclassic Festival.

Beim Vinninger Konzert wird Christof Heringer Klavierwerke von Komponisten aus dem alpenländischen Raum, so von Franz Schubert, W.A. Mozart, Johann Strauss (Sohn) und eigene Kompositionen aus seiner Felsalbtaler Stubenmusik spielen.

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Christof Heringer bei seinem jüngsten Aufspielen im Kulturzentrum „Alte Kirche“, dem er zum Abschluss des Konzerts eine eigene Komposition widmete

Christof Heringers Klavierspiel sorgt für Begeisterung

Knapp 30 Zuhörer lauschten im Kulturzentrum „Alte Kirche“ der Klaviermusik des Rodalber Pianisten, Komponisten und Klavierlehrers Christof Heringer, die er diesmal unter dem Motto „Von Ländlern und Walzern – Musik von Komponisten aus dem alpenländischen Raum“ anbot. Ein zusätzliches Bonbon offerierte er mit einer Auswahl von Titeln aus seiner volkstümlichen Kompositionsfolge „Felsalbtaler Stubenmusik“.

            Im ersten Block des musikalischen Füllhorns standen Werke des früh verstorbenen, aber überaus produktiven Komponisten Franz Schubert. Die gespielte Auswahl reichte vom „Impromptu No. 1 c-moll“ über „Moment Musicaux No. 1 C-Dur“ und „Ungarische Melodie“ bis hin zu einigen Kostproben aus „Tänze für die Jugend“. Dazwischen präsentierte Heringer die „Sonate F-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

            Diese anfangs sehr klassisch getragene, doch zunehmend beschwingt wirkende Melodienfolge setzte der Pianist im zweiten Konzertblock durch recht unterhaltsam anmutende und rhythmisch lebhafte Stücke fort. So eröffnete er mit einem Werk des nahezu vergessenen Komponisten Walter Niemann aus dem letzten Jahrhundert, dem „Kocheler Ländler“, um mit dem Adolf Jensen-Werk „Die Mühle“ fortzufahren. Die wohl bekannteste Melodie des Abends dürfte der dann folgende „Donauwalzer“ des Komponisten Johann Strauss Sohn gewesen sein.

            Den Schwerpunkt nach der Pause bildete jedoch die abschließende Auswahl aus Heringers Komposition „Felsalbtaler Stubenmusik“ für zwei Gitarren und Klavier, die er vor nicht allzu langer Zeit mit seinen beiden Brüdern Sascha und Stefan in seinem Geburtsort Niedersimten uraufführte. Aus der Folge von 29 Einzelstücken spielte er unter anderm die Titel „Ländler aus Niedersimten“, „In de Almstrooß“, „Rehtalwalzer“, „Pälzer Schorledreher“ und „Pälzer Läwwerworschd“, was für einen recht lebhaften Konzertabschluss sorgte.

            Ganz gleich, was der Pianist Christof Heringer gerade spielte, er zeigte sich stets souverän und einfühlsam, bestens verbunden mit dem Instrument, das er exzellent beherrscht, ganz gleich, ob er klassische oder moderne Melodien präsentiert. Immer wieder wird spürbar, dass er  nicht nur technisch allen Anforderungen gerecht zu werden versteht, sondern dass die von ihm gebotene Musik sozusagen aus dem Herzen kommt. Das empfanden auch die Zuhörer und lohnte es ihm mit reichem Beifall.

            Den gab es aber auch für ein besonderes Geschenk, dass er der „Alten Kirche“ und ihrem Kulturbeauftragten vermachte, um zu verdeutlichen, wie gerne er in diesem Gebäude immer wieder aufspielt und dies schon, als lediglich der restaurierte Turm zur Verfügung stand, nämlich vor 1997. Er überreichte an Lothar Feldner die gerahmte Komposition „Pastorale“, einem Stück, das er eigens für diesen Spielort komponiert hatte, und das er anschließend auch auf seinem Instrument intonierte. Der Applaus machte deutlich, dass diese noble Geste voll und ganz anerkannt wurde.